Treasury Shigemura – Japanische Kunst des Logodesigns

By | 1. Mai 2009

images-1Japan, genauer gesagt Osaka, 1988. Ein paar kreative Köpfe des Designbüros Taste Inc beschreiben Grafik Design als eine internationale Sprache. Insofern eine schwere Aufgabe, die sie sich vorgenommen haben, da “internationale Sprache” für sie bedeutet, dass die Logos möglichst weltweit verstanden und gedeutet werden können, ohne den wirklichen Hintergrund und die Firma zu kennen. Oftmals verwenden japanische Firmen einen Teil ihrer Schriftzeichen. Das macht es für uns Europäer natürlich nicht ganz so einfach, etwas daraus zu lesen.

Das Logo “Treasury Shigemura”  wurde 1995 von Taste Inc für ein Architekturbüro entwickelt. Das schwere in der Aufgabe bestand jedoch darin, dass die japanischen Designer ein Logo entwickeln mussten, das lediglich mit visuellen Eigenschaften arbeitet. Es sollte keine Schrift verwendet werden, aber dennoch sollten die Buchstaben ‘T’ und ‘S’ erkennbar sein. Die Art der Logogestaltung, dass man sehr viele abstrakte Formen auffällige Farben benutzt, hat sich gerade bei den japanischen Designern sehr durchgesetzt.
Toshiyasu Nanbu, der Taste Inc 1988 eröffnete, war damals oberster kreativer Kopf in der Agentur und Hauptverantwortlicher bei der Logoentwicklung. Keine andere Marke, für die er ein Logo designed hat, hat es geschafft, so großes Aufsehen zu erregen. Mit dem Logo erlangte er 1995 den totalen Durchbruch.
Das besondere an dem Logo ist, dass es aus drei Teilen besteht und sich daraus letztendlich zusammensetzt. Das Komma unten links und der Querstrich oben rechts bilden dabei den Anfang. In den nächsten beiden Schritten, werden immer nur zwei neue Linien hinzugefügt. Dadurch soll die Verbindung zu den Architekten hergestellt werden, welche auch Schritt für Schritt ein Haus gestalten oder bauen lassen. Auf der linken Seite sieht man, dass hier nun ein Senkrechter Strich und ein um 45° gedrehter waagerechter Strich vorliegen. Im quasi Endstadium, in welchem die letzten beiden Striche hinzugefügt wurden, ist das Logo sozusagen “fertig gebaut”. Mit den letzten beiden Linien, ergeben sich die Buchstaben ‘T’ und ‘S’.
Nanbu gewann mit diesem Logo 1995 Gold beim Tokyo Type Directors Club (TDC).  Dieser Award ist in etwas mit dem deutschen Art Directors Club (ADC) zu vergleichen, jedoch noch ein klein wenig größer.
Das besondere an dem Logo besteht für mich darin, dass es eine wahre Entstehungsgeschichte erzählt. Man kann förmlich den Gedankengang nachvollziehen, den der Designer gemacht hat. Er zeigt uns nicht nur das Logo, so wie es am Ende aussieht, sondern den kompletten Entstehungsprozess des Logos. Natürlich macht dieser Prozess erst das Ganze an sich komplett, jedoch denke ich auch, wenn man diese Schritte davor nicht integriert hätte, würden viele das Logo nicht verstehen. Durch diesen Prozess der Entstehung, schafft er es, eine sehr gute Verbindung zum dem Berufszweig der Architekten herzustellen.
Meiner Meinung nach, eine echt brillante Arbeit, die auch bestimmt heute noch den ein oder anderen Preis gewinnen würde. Aber Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich.

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andre
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich sowohl als Assistent von Frank Dopheide (Inhaber), als auch für den Bereich Neue Medien zuständig gewesen. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe.
Seit 1.6.2015 bin ich nun als Leiter Digitale Markenführung bei AKOM360 beschäftigt.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus. Mein Wissen vertiefte ich Tag für Tag bei der Markenberatung "Deutsche Markenarbeit", die sich vor allem auf Markenanalysen und Markenstrategien spezialisiert hat.

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