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LOGOLOOK

Logo, Design und Kreativität

Deutsche Bahn Logo von Kurt Weidemann – Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass

 

Die Bahn macht mobil, manchmal mit und manchmal ohne Verspätung

Die Bahn macht mobil, manchmal mit und manchmal ohne Verspätung

Bis 1994 bummelten die Deutsche Bahn und die Deutsche Reichsbahn lange getrennt durch Deutschland. Nachdem sie aber 1994 zusammengelegt wurden, mussten natürlich einerseits viele logistische Dinge geklärt werden und andererseits musste natürlich auch ein neues Logo her, dass die nun neue Deutsche Bahn AG schmücken sollte.
Theoretisch hätte man natürlich das alte Deutsche Bahn Logo beibehalten können, da man ja nun auch noch Deutsche Bahn hieß, aber man entschloß sich, dass man die Deutsche Reichsbahn nicht einfach unkommentiert in das bestehende Corporate Design eingemeinden wollte.
Jedoch wollte man auf jeden Fall das Deutsche Bahn Logo zum Teil beibehalten, da man hiermit schon einen sehr hohen internationalen Bekanntheitsgrad erzielen konnte.  Dazu gibt es ein schönes Zitat von Kurt Weidemann, der damals den Auftrag erhielt das neue Logo zu designen. Die Aufgabe seitens der Bahn hieß,

“Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass” 

Es wurde damals auch nur eine Reinzeichnung gefordert, was also bedeutet, dass es keine optimierten Versionen für unterschiedliche Verwendungsgrößen geben sollte. Wer noch genauer wissen möchte was eine Reinzeichnung ist schaut hier vorbei. Für Weidemann war dies natürlich eine große Herausforderung, da man sich vorstellen muss, dass das Logo sowohl in Millimetergrößen als auch in Zentimetergrößen wiedergegeben werden wird.

Bei dem neuen Logo verzichtete man im Vergleich zum alten Logo auf die Innenumrandung. Hier noch einmal zum Vergleich das alte Schmuckstück in schwarz / weiß. 

Ein altes Traditionslogo von der Deutschen Bahn

Ein altes Traditionslogo von der Deutschen Bahn

Bei der Wahl der Schriftart benutzte man nun auch eine Serifenlose Schrift im Vergleich zum alten Logo. Außerdem wurden die Buchstaben auf weißen Hintergrund gesetzt, wodurch eine größere Buchstabenhöhe im Verhältnis zum Gesamtlogo und gleichzeitig  eine bessere Lesbarkeit erzielt wird.
Obwohl das neue Logo das gleiche Format wie das alte Logo besitzt, wirkt es wenn man sie gegeneinander stellt viel größer.
Ein weitere Vorteil besteht auch darin, dass man bei dem neuen Logo sehr viel Geld sparen konnte. Wie bereits erwähnt wurde bei dem neuen Logo eine Positivwiedergabe durchgeführt ( Schrift auf weißem Hintergrund).
Dadurch konnte man bei dem teuren Siebdruck Verfahren sehr viel Geld sparen, da man längst nicht mehr so viel rote Farbe brauchte wie vorher. Und die Auflage und die Verbreitung des Logos war schon damals sehr hoch.
Kurt Weidemann wird dem einen oder anderen bestimmt noch in Erinnerung geblieben sein, wenn ihr schon länger meinen Blog verfolgt.
Er war der Mann, der auch schon im Jahre 1990 das Porsche Logo überarbeitete. Wer mehr wissen möchte, schaut sich hier noch einmal den Porsche Artikel an. Wie auch schon bei einigen anderen Artikeln kann man sehen, dass gerade die bekannten Logos von großen und bekannten Marken oftmals von den gleichen Designern gemacht wurden. Bei den Marken in Deutschland war es, wie wir hier sehen oftmals Kurt Weidemann. In den USA galt beispielsweise Paul Rand als einer der großen Logodesigner für bekannte Marken. Er entwickelte zum Beispiel das IBM Logo oder auch das Apple Logo.

Ich muss echt sagen, dass ich dieses Querdenken wirklich bewundere. Manch einer mag sagen , “Warum, dass sind doch alles nur Logos!”, aber genau darin liegt ja gerade der Punkt. Es sind alles “NUR” Logos, die aber alle etwas unterschiedliches verkörpern sollen. Die meisten werden sich wahrscheinlich eh keine großen Gedanken machen, wenn sie ein Logo betrachten, aber gerade das finde ich äußerst interessant. Denn wie oft geht man durch die Stadt und sieht selbst gemachte Logos an irgendeinem Ladenfenster? Ich glaube, wenn diese Logos professioneller aussehen würden, würden auch mehr Leute den Laden besuchen. Denn oftmals wirken die Logos einfach nur billig und unseriös. 
Und genau das ist der Punkt. Die Leute, die es wirklich können, schaffen es, ein Logo, dass noch so einfach aussieht, seriös und glanzvoll wirken zu lassen. Es muss halt NUR in den Kontext passen ;)

Mein Vater sagt immer, “Jung, das hätte ich dir in Word gemacht.” Und ich denke, dass ein großer Designer es vielleicht sogar in Word besser schaffen würde, als so manch einer in InDesign und Illustrator. Aber da mein Vater kein großer Designer ist, traue ich es ihm nicht so wirklich zu. Aber Selbstvertrauen hat ja noch nie geschadet und ich weiß ja wie er es gemeint hat.

Categories: Logo Look
 
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