Entschuldigung wir sind real!

By | 18. Februar 2010

So wie es noch einige Bundesstaaten in den USA gibt, die sich immer noch fragen, ob wir in Deutschland eigentlich fließendes Wasser haben, gibt es Leute da draußen, die sich anscheinend immer wieder die Frage stellen, ob diese Geeks, Nerds, Blogger oder wie sie auch immer heißen eigentlich am realen Leben teilnehmen.
Denn wenn es nach den Aussagen einiger Leute geht, dann nehmen wir nicht nicht nur am realen Leben teil, sondern wir schlafen auch nicht, essen jeden Tag nur Pizza, bestellen uns sogar unsere Milch über das Internet, wissen nicht wie sich ein echter Händedruck anfühlt, kennen Frauen nur aus dem Playboy, oder denken, dass Freundschaften nur einen Klick weit entfernt sind. Es ist wirklich kein Scherz, ab und an denke ich wirklich, dass die Person gegenüber so etwas von uns denkt.
Jetzt mag so manch einer sagen, mit so jemanden würde ich mich gar nicht unterhalten, aber wisst ihr eigentlich wie schwer das ist. Es ist mit Sicherheit schon anders und besser geworden, doch denkt man trotzdem immer noch, wer ist denn jetzt eigentlich in der Zeit zurück geblieben? Denke ich zu weit und kann ich mich nicht an meine Mitmenschen anpassen oder wollen einige die Wahrheit einfach nicht wahr haben? Erst heute begegnete mir eine Frau in der Bahn, die folgendes zu mir sagte:

Ist das wahr?

Ist das wahr?

Ich muss sagen, dass ich es ja wirklich gut finde, dass diese Frau Blogs liest und eventuell auch meinen ;), aber heißt Digitalisierung gleichzeitig, dass Jugendliche sofort keine Zeitungen mehr lesen. Dazu muss ich sagen, dass ich keine Tageszeitung in der Hand hatte, sondern eine Special Interest. Bei einer TZ hätte ich es ja noch verstanden. Die Frau hat es bestimmt nicht böse gemeint, aber spiegelt es nicht zum Teil die Denkweise von vielen wieder?
Ich frage mich, wann es wirklich auch bei all den anderen Klick macht und sie merken, dass Internet, oder genauer gesagt die Kommunikation im Internet keine Randerscheinung mehr ist. Wenn Zahlen es anscheinend immer noch nicht genug belegen können, dann müssen es wohl die Erfahrung sein, die die Leute machen.
So beschwerte sich vor einiger Zeit ein Bekannter, er könne nicht verstehen, warum man in seinem Unternehmen nun Leute einstellen würde, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als ihre Zeit auf Facebook und Co zu vertrödeln. Das könne er doch auch.
Aber genau hier ist meiner Meinung nach der essentielle Punkt. Denn das Wort “könne” zeigt uns doch, das er meint es machen zu können, er es aber nicht tut! Warum entwickeln Leute Studien, bereiten Präsentationen vor oder sprechen über ein Thema, dass sie selber nie ausprobiert haben. Für mich ist das wie ein Koch, der Bücher über das Kochen schreibt, aber noch nie einen Suppenlöffel angefasst hat.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
---
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *