Digital Branding – Wenn Marken in dein Hirn wollen

By | 15. März 2010

Marken streben nach Akzeptanz und vor allem auch nach Bekanntheit. Marken wollen nicht in Vergesslichkeit geraten, sondern sie wollen genutzt, ja sogar gelebt werden. Sie wollen, dass man sie mit stolz trägt, ja sie wollen, dass man ihr Produkt auch wegen der Marke kauft. Es geht sogar soweit, dass Menschen sich Marken auf ihre Haut tätowieren lassen. Eigentlich nicht vorstellbar, aber für manche sind Marken mehr als nur Unternehmen die irgendwelche Güter herstellen. Marken verkörpern für sie einen Lebensstandard oder zeigen anderen, wie gut es einem geht. Natürlich ist das nicht bei jedem so, aber es gibt genügend Beispiele.
Und wie bereits erwähnt kämpfen die Marken darum, in das Relevant Set eines jeden Verbrauchers zu gehören. Außerdem streben sie nach aktiver Markenbekanntheit, d.h. sie wollen, dass man sie kennt und wohlmöglich auch noch positiv über sie spricht. Brandbuilding ist eine Kunst für sich, für die es Experten gibt.
Ich habe hier einmal versucht, 3 gute Beispiele zu zeigen, bei denen meiner Meinung nach ein guter Weg gefunden wurde, die Marke zu stärken und weiter aufzubauen.

Levi’s: OPioneers! – Go Forth campaign
Die junge Zielgruppe, wie oft hört man das, wenn man in der Werbung arbeitet? Jeder will sie, aber nicht jeder bekommt sie. Auch mit den Levis Produkten stand man vor der Frage, wie man diese Leute wieder für die eigene Marke begeistern kann. Schließlich muss man sich mit anderen großen Trend Marken setzen, die sich in den letzten Jahren still und heimlich entwickelt haben. Dabei setzte man jedoch nicht auf Trends und neue Dinge, sondern man setzte auf ein Gefühl, dass man vermitteln wollte. Man benutzte einen Poet, genauer gesagt Walt Whitman, der der jungen Zielgruppe wieder ein Gefühl vermitteln sollte. Das Gefühl des Pionier seins. Whitman war ein amerikanischer Dichter, der im Jahre 1892 starb. Er gilt als einer der Begründer der modernen amerikanischen Dichtung. Sein berühmtestes Werk ist der Gedichtband Leaves of Grass (Grashalme)

Man beauftragte die Agentur Wieden und Kennedy damit, diese schöne Kampagne umzusetzen. Zu dem Video gab es auch noch die passende Webseite, auf der die Leute Impressionen posten sollten.
Ein weiteres Beispiel ist

Introducing Dos Equis
“Most Interesting Man in the World” Wie soll er nur aussehen dieser Mann? Jeder hat bestimmt seine Vorstellung, aber wie man ihn bei Dos Equis sieht oder sah ist wohl doch eine ganz andere Perspektive. Dabei sei erwähnt, dass es sich bei Dos Equis um ein Bier handelt und nicht wie ich erst vermutet habe um eine Zigarre oder so ;) Für diese Kampagne wurden gleich mehrere Kurzfilme produziert, die einem einen Blick in die Welt dieses Mannes geben sollte. Die Auswahl des Interieurs und der Farben trug natürlich dazu bei, dass man in diese Welt eintauchen konnte. Noch immer ist die Seite Online, wo man sich seine Welt ansehen kann. Unter www.dosequis.com kann man eintauchen in eine Welt, die man sonst nur aus all den guten Krimis kennt.

Das Ergebnis sind und waren viele verschiedene Channels auf denen die Videos hochgeladen wurden. Auf einigen gab es eine viertel Millionen Besucher auf anderen sogar eine Million Besucher. Dazu richtete man verschiedene Profile in Social Networks ein. Neben den ganzen nachgemachten Profilen, die es natürlich recht schnell auf Facebook gab, entwickelte sich die Page von Dos Equis hervorragend. Mittlerweile hat man rund 180.000 Fans, die Tag für Tag ihre Spuren auf der Seite hinterlassen.
Ein anderes sehr bekanntes Beispiel ist natürlich

Tourism Queensland Seeks Applicants for “The Best Job in the World” – Island Caretaker
Es ging durch das Netz wie eine riesen große Welle. Jeder wollte diesen Job, gibt es doch nichts schöneres, als sich Tag für Tag zu sonnen, ein bißchen planschen zu gehen und lediglich jeden Tag einen Blogpost zu schreiben. Man hatte seine Zweifel an der Echtheit und fragte sich wo der Haken war. Haken gab es eigentlich keine, bis auf den, dass das alles eine große Werbekampagne war. Doch das schöne an dieser Kampagne, die Person durfte wirklich auf die Insel und den Bademeister spielen. Knapp 34.000 Videos wurden eingereicht, d.h. 34.000 mal 30 sekunden. Dazu noch die ganzen Blogs, die darüber berichtet haben.

Es gibt natürlich noch viele weitere Beispiele, doch ich wollte gerne welche nehmen, die in meinen Augen recht eindeutig sind und auch als erfolgreich beschrieben werden könnte. Doch eigentlich muss man sich hier schon die Frage stellen, wie man Erfolg im web eigentlich definieren kann. Sind es nur die Views die ein Video erhalten hat oder die links, die man unter seinen Artikeln zählen kann. Die Möglichkeiten sind verschieden und genau darin liegt das Problem. Unternehmen wollen Fakten, so wie sie sie aus den unterschiedlichen zuvor gemachten Studien kennt. Sie wollen ihre Funktionen auftstellen und darüber mutmaßen, ob genau diese Anzeige zum Verkauf beigetragen hat. Im Web ist das noch sehr schwer zu messen und gerade deswegen werden wir auch noch unsere Zeit brauchen die Leute von den Möglichkeiten des webs zu überzeugen!

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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