Personal Look – Björn Eichstaedt von Storymaker

By | 25. August 2010

Björn Eichstädt (35) ist Geschäftsführender Gesellschafter der Technologie-PR-Agentur Storymaker mit Sitz in Tübingen und Beijing. Seit 2005 ist er als Blogger im Web 2.0 unterwegs. Außerdem betreibt er das iPhone-Musik-Performance Projekt ZEE. Zaboura Eichstaedt Experience und unterhält sich mit Amir Kassaei im Blog “The Fukuoka Project” über die Zukunft der Kommunikation. Björn lebt in München und ist gebürtiger Düsseldorfer. Verheiratet, 1 Kater

1. Was war deine erste Seite, die du im Netz besucht hast?

Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern. Aber eine sehr frühe Seite war KangaChat – eine globale Chat-Plattform, die mich sehr an das erinnerte, was heute Social Media ist. Das muss Ende 1994, Anfang 1995 gewesen. Im Rechenzentrum der Uni gab es etwa 12 Computer mit Internet-Zugang. Nichtinformatiker durften ab 20 Uhr rein, allerdings wurde dann abgeschlossen und man konnte nur jede Stunde das Gebäude verlassen. Ein paar Nerds stellten sich abends an, ich war einer davon. Und auf einmal gab es diesen Zugang in eine andere Welt. Menschen aus Australien, aus den USA, Kanada, Irland. Zu der Zeit wurden Chat-Bekanntschaften dann intensiviert, indem man sich echte Briefe schrieb – vom Chat-Freund zum Brieffreund sozusagen. Eine Kanga-Bekannte aus Cork City in Irland hat dann angefangen mir Simpsons-Episoden im englischen Originalton aus dem Fernsehen auf VHS aufzunehmen und mir die Tapes dann immer geschickt. Das war Internet in den mittleren 90ern. Mit all seiner menschenverbindenden Kraft. Das Netz hat mich seither nie mehr losgelassen.

2. Welche Eigenschaften schätzt du an anderen Usern, um mit ihnen eine virtuelle Vernetzung einzugehen?

Eigenheit. Interesse. Mitteilungsfreude. Fremde Themen. Wenn ich Menschen noch nicht persönlich kennengelernt habe, dann ziehen mich vor allem diese Aspekte an, getrieben von der Erwartung, dass ich von diesen Menschen etwas lernen kann. Ich würde sie auch nicht “User” nennen. Und die Vernetzung auch nicht virtuell: die digitale Vernetzung ist sehr real.

3. Was war dein bester Fauxpas den du im Netz gebaut hast?
(CEO entfriended / CC statt BCC / Kantinenmail als Massenmail)

Fauxpas im Netz? Naja, der Klassiker – interne Mail nach extern gegeben. In einer Mail einer spontanen Emotion nachgegeben und so weiter. Aber daraus kann man ja nur lernen: spontane Emotion hat im Netz nichts zu suchen. Davon bin ich heute überzeugt. Emotion ja. Aber: Erst der Kopf, dann die große Klappe :-)

4. Würdest du einen PR-Berater beauftragen, um diesen Fauxpas wieder gerade zurücken?

Wenn ich mich unsicher fühlen würde, wenn ich nicht wüsste wie ich adäquat mit einer Situation umgehen soll an der Stelle, dann würde ich sicherlich externen Rat einholen. Menschen die außerhalb stehen haben meist einen besseren Blick auf eine verworrene Kommunikationssituation als sie derjenige haben kann, der mitten im Schlamassel steckt. Ob das immer ein “PR”-Berater sein muss oder schlicht eine beratende Person, die Kommunikationserfahrung hat, das kann ich so gar nicht sagen. Gesunder Menschenverstand hilft oft auch. Gepaart mit der Fähigkeit, aus der Situation herauszutreten, sie zu verobjektivieren und sich selbst nicht emotional anstacheln zu lassen. Ein Krisenkommunikationsberater oder PR-Berater mit Erfahrung in der Krisenkommunikation passt daher als Ansprechpartner wahrscheinlich besser.

5. Was sind deine Top 3 Markenkampagnen?

iPhone, iPad. Afri Cola 1968

6. Wenn du eine Marke wärst, welche wärst du?

Bin ich keine Marke?

7. Scribble dein eigenes Logo
Ja das nenne ich mal ein Scribble. Man könnte denken, er wolle mit dem Kopf durch die Wand ;) Aber vermutlich liegt es doch eher daran, dass Björn ist fast allen Sachen einem klassischen Steinbock entspricht. Daher geht es hier mal zum Horoskop.
Und auch wenn ich nach diesem Logo ein klein wenig Respekt habe, muss ich auch hier die Frage 8 beantworten. Was muss das muss
8. Wenn ich könnte, für welche Marke würde ich dich buchen?
Das ist bei Björn gar nicht so einfach, vor allem weil ich weiß, dass ich ihn nächste Woche treffe und ich es mir nicht verscherzen sollte. Zumal werde ich bestimmt gleich eine Mail bekommen, die dem was ich schreibe widerspricht ;) Aber da muss ich durch.
Wo könnte ich mir Björn vorstellen. Als großer Asien Fan, was Björn ja mal auf jeden Fall ist, würde er meiner Meinung nach sehr gut zu einem Reiseanbieter passen. Warum? ganz einfach. Neben seinem Fukuoka Project, dass er mit Amir Kassaei macht, hat er auch super Tipps für die japanische Küche. Ein Aspekt, der bei Reisen glaube ich nicht zu kurz kommen darf. Denn neben guten Übernachtungsmöglichkeiten muss ja auch für das leibliche Wohl gesorgt werden. Ich denke, da wäre Björn eine gute Anlaufstelle.

Ich bedanke mich bei Björn, dass er sich Zeit genommen hat und freue mich, ihn beim Twittwoch in Düsseldorf treffen zu dürfen.

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