Social Gaming – Marken, Trends, Zukunftsmodelle?

By | 7. September 2010


Sie heißen Farmville, Mafia Wars, Frontierville, Pet Society und seid neuestem auch Fliplife. Social Games, dass sind diese Spiele, die teilweise in Facebook ganze Timelines bevölkern und einigen gewaltig auf die Nerven gehen. Aber alleine Farmville spielen mehr als 10% aller Facebook Nutzer! Das sind dann immerhin um die 50 Millionen. Adaptiert auf Deutschland würde das bedeuten, gut 60% spielen dieses Spiel. Ich selber spiele diese Spiele nicht (kann ja jeder sagen), aber trotzdem denke ich, muss man diesen Bereich mit offenen Augen betrachten.

Denn mittlerweile ist es nicht einfach nur noch ein Spiel, es ist ein Instrument.

Die Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company schätzt den Umsatz durch den Verkauf virtueller Güter in Spielen auf Facebook auf mindestens 680 Millionen Euro in diesem Jahr. Quelle

Für 2015 rechnet man sogar mit rund 3,9 Milliarden.

Doch was ist es, was die Leute antreibt? Vermutlich stammt es noch aus ganzer tiefer Vergangenheit. Jeder von uns weiß, dass wir in Wirklichkeit doch nur Jäger und Sammler sind.Was wir jagen und sammeln, spielt dabei aber gar nicht eine so große Rolle. Wir alle streben nach Glück, Erfolg und ein wenig Ruhm kann auch nicht schaden. Dabei werden manche zu Marken, setzen Trends und schnüren neue Zukunftsmodelle. Dabei spielt es keine Rolle, wer oder was jemand ist, es kommt ganz allein auf die Idee an, die man hat.

Und da es momentan recht nahe liegt und so ziemlich das einzige social game aus Deutschland ist, das ich kenne, würde ich gerne ein paar Punkte an Fliplife erörtern und diskutieren. Es gab unzählige Artikel, die über das neue Projekt von Ibrahim “Ibo” Evsan und seinem Team verfasst wurden.

Ich war seid der Alpha dabei und werde nun versuchen, meine Eindrücke zu schildern.

Zuvor sei jedoch erwähnt, dass Fliplife einen Vorteil gegenüber anderen Startups besaß. Zum einen war es Ibo Evsan, der sich selber schon zu einer Art Marke gemacht hat, aber mit Sicherheit auch die finanziellen Ressourcen, die nicht jedes Startup hat. Dabei will ich jedoch nicht sagen, dass es all diese Ressourcen schon vorab gab, denn hinter jeder Investition steht auch immer ein gute Idee. Ibo ist ein feiner Kerl, der weiß, wie man Produkte und auch sich verkaufen muss. Das ist keine Kritik, das ist reines Marketing.

Wenn ich Fliplife mit einem Satz beschreiben sollte, dann würde ich sagen:

“Es ist anders”

Anders als das, was man bisher kennt. Ob anders gut ist wird man sehen, denn ich kann mit Sicherheit nicht für den “Mainstream” sprechen.

Als ich Fliplife zum allerersten mal testen durfte dachte ich mir, “bleib ruhig, das ist die Alpha, dass wird noch interaktiver” Der interaktive Part fehlt mir noch heute, aber der kommunikative Ansatz ist äußerst interessant. Basic Thinking beschreibt es als das Farmville des Lebens. Da ich Farmville selber aber noch nie wirklich gespielt habe, weiß ich nicht, wie Farmville im echten Leben sein könnte. Ich weiß nur, dass man dort Kühe usw tauschen kann, und das geht bei Fliplife nicht.

Kommunikativ ist das Projekt mit Sicherheit spannend, da man auf der Plattform viel mit warten verbringt und ehrlich gesagt auch andere Leute sucht, mit den man sich austauschen kann. Doch passiert das auch manchmal, indem man sich das Skype Fenster aufmacht und mit seinen Freunden chattet.

Was Fliplife glaube ich fehlt ist ein Aspekt, den schon Marshall McLuhan damals bei seinen Prinzip von Global Villages in The Gutenberg Galaxy beschrieb und in The Global Village ausformulierte. Er bezieht sich damit auf die moderne Welt, die durch elektronische Vernetzungen zu einem “Dorf” zusammenwächst. Fliplife kann dabei ein Dorf sein, jedoch fehlt hier noch der Marktplatz, an dem sich alle zu einer bestimmten Uhrzeit versammeln. Auch wenn die Wachstumsraten äußert vielversprechend sind.

Ich persönlich glaube, dass es gerade im Gaming Sektor einen Punkt gibt, den es zu überwinden gibt. Für mich ist es die Schwelle aus Unterhaltung und Real Life. Ein Punkt den man auch schon bei damaligen Playstation Spielen feststellen konnte. Erinnern wir uns mal zurück, wie toll die Grafik von Superstar Soccer Deluxe damals war, als wir einen Super Nintendo hatten. Heute würden wir das als Pixelschubsen bezeichnen, ohne wahre Spielphysik.

Realität und Virtualität verschmelzen immer mehr. Scheint mir zumindest so ;)

Große Marken werden das Potential dieser Netzwerke erkennen und versuchen neue Trends und Insights zu generieren. User und Entwickler werden darüber nachdenken, was nächstes und übernächstes Jahr neues auf den Markt kommen kann.

Und andere werden froh sein, wenn sie einfach mal ihre Ruhe haben.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
---
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

5 thoughts on “Social Gaming – Marken, Trends, Zukunftsmodelle?

  1. Ibrahim Evsan

    Vielen Dank.

    Wir werden sehr bald viele Features nachziehen. Versprochen. Dann wird es viel cooler. Ich liebe Fliplife. Wir als Team lieben Fliplife und werden das Produkt sehr gut weiter entwickeln.

    Mit eurer Hilfe geht es viel besser.

    Thx.
    Ibo

  2. Alex

    Schön, dass du dich auch mit dem Thema (Social) Gaming beschäftigst Andre. Und die Zusammenfassung kann ich unterstützen. Spannend wird es aber erst, wenn die wirklichen Trends und Geschäftsmodelle ableitet.

    Momentan sieht es danach aus, dass man entweder über virtuelle Güter, Werbeeinblendungen oder bezahlte Nutzung Geld generieren kann.

    Und die von dir angesprochene Startphase lebt einfach davon, dass man Reichweite aufbaut. Am besten so schnell und soviel wie möglich, um später an starke Partner herantreten zu können. Wahrscheinlich wird sich daran in den nächsten 1-2 Jahren auch wenig ändern.

  3. andreandre Post author

    Vielen Dank für eure Kommentare! Ich glaube, dass Fliplife auch genügend Potenzial hat. Das Problem bei anderen Spielen ist einfach, dass sie nicht menschlich sind. Hinter Fliplife steckt ein richtiges Team, das man jeden Tag auf Facebook und Co sieht!

    Ich bin gespannt

  4. ronny vogel

    schaut doch mal rein.. my-atlantis.com . auch ein social game das auch in den vz netzwerken läuft… also fliplife ist nicht das einzie dt. social game.

  5. andreandre Post author

    Danke für den Tipp werde ich machen! Sry das ich Fliplife als einziges erwähnt habe, ich kannte keins, hätte vielleicht noch mehr recherchieren sollen!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *