Golfmarkt – Stiller “alter” Riese

By | 11. Oktober 2010

Für viele ist neben Tennis der SPort der schönen und Reichen. Wiederum andere beschreiben es noch nicht einmal als Sport. Doch meistens sind es die, die diesen “Sport” noch nicht ausgeübt haben und sich auf der Driving Range noch nicht den Rücken gezehrt haben, indem sie ein ordentliches Divot in den Boden gekloppt haben. Doch betrachtet man mal einige Zahlen genauer, dass erkennt man in diesem Markt doch ein gewissen Potenzial, welches bis dato nur ein Unternehmen in Deutschland wirklich ausschöpft. Doch erst einmal ein kleiner Blick zu unseren Schweizer Kollegen. Zwar hängen die mit ihren Studien ein wenig nach, doch trotzdem zeigen diese eine sehr deutliche Tendenz.
Von 1991 bis zum Jahre 2000 konnten man am Import eine ganz deutliche Steigerung feststellen. Wie man an dieser Grafik unschwer erkennen kann, sind die Golfschläger dabei ein ganz deutlicher Treiber für den Umsatz. Neben den Schlägern sind die Golfbälle und weiteres Equipment wie Tee´s und Co wichtige Merkmale.
Wirft man dann mal einen Blick auf den deutschen Golfmarkt, vor allem auf die Altersverteilung, dann wird man erkennen, warum ich in der Überschrift den Begriff “alter” Riese benutzt haben. Primär stimmt es vollkommen, dass Golf wohl eher ein Sport für ältere Leute ist. Das liegt aber mit Sicherheit nicht daran, dass dieser Sport unattraktiv oder langweilig ist, sondern da die meisten jüngeren Personen nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, diesen Sport auszuüben.
Denn für eine Mitgliedschaft kann man mal gut und gerne einige tausend Euro hinlegen. Dabei dreht es sich dann nicht nur um die jährliche Mitgliedschaft, sondern vor allem die Aufnahmegebühr ist oftmals sehr teuer. Zwischen 1000€ bis Ende offen ist hier alles möglich. Und so kann man sich dann recht einfach erklären, warum die Altersverteilung so aussieht wie oben. Die meiste Kaufkraft besitzt halt die 50+ Generation. Das ist nicht nur in diesem Markt so, sondern auch in allen anderen. Doch betrachtet man einmal die Nachfrageentwicklung, so erkennt man recht schnell, dass Golf voll im Trend liegt. Wie auch in anderen Sportarten geben die Stars dort ihr nötiges mit bei. Deutsche Profis wie Martin Kaymer treiben die Leute in die Golfclubs. Die Zahl der Platzreifen ist gestiegen und immer mehr Leute pflügen die Plätze um. Die Platzreife ist sozusagen der Führerschein für den Golfplatz und berechtigt mich, auf einem Golfplatz zu spielen.Und hält man sich nun einmal vor Augen, dass auch jeder dieser Leute das notwendige Equipment benötigt, dann wird man auch recht schnell verstehen, wo in diesem Markt das Potenzial steckt. Dabei sei erwähnt, dass bei all den bisherigen Grafiken noch nicht die Golfreisen mit inbegriffen sind. Bei den Schlägern ist es wiederum so, dass der Markt voll ist mit Anbietern. Vom Anfänger bis zum Profi gibt es genügend Auswahl. Es geht bei 100€ los und endet bei weit über 1000€.
Die Gebrauchtpreise sind meistens gut 50% unter dem ehemaligen Einkaufspreis. Der einzige Vorteil für den Verkäufer besteht darin, dass viele Schläger gefittet werden müssen. Bei Fitting werden die Schläger genau auf Größe, Schwung und Spielwart angepasst. Das lohnt sich zwar meistens nicht bei Anfängern, doch spätestens ab einem einstelligen Handicap geht man meistens zum Golfanbieter und lässt sich seine Eisen fertigstellen. In Deutschland erkennt man die Ballungsgebiete im Golfsport recht gut und vor allem schnell.

Geht man nach der Karte könnte man meinen, dass München und Hamburg die zentralen Anlaufstellen des Golfsports in Deutschland sind. Dem ist auch wahrscheinlich so, wobei auch im Ruhrgebiet immer mehr Golf gespielt wird.

Doch in meinen Augen gibt es in Deutschland nur wenige Unternehmen, die sich diesen Markt wirklich zu Nutzen machen und von denen man auch regelmäßig hört. Neben BMW, Mercedes und Co gibt es ein Unternehmen, von dem man eigentlich gar nicht denken würde, dass man sich gut mit Golf beschäftigen kann.
Die Schüco International KG ist ein Unternehmen der Bauzulieferbranche mit Sitz in Bielefeld. Es stellt vor allem Systeme für Fenster sowie Schiebe- und Haustüren aus Kunststoff, Aluminium und Stahl her. Dazu kommen Glas-Fassaden und Solarsysteme, sowie Wintergärten, Balkone und Rollläden. Produkte, die natürlich relativ kostspielig sind und nicht für jede Zielgruppe interessant sind. Unter dem Slogan

Gemeinsamer Abschlag für den Klimaschutz

lässt Schüco einige Profis für sich abschlagen.

“Golf steht für Technik in Einklang mit der Natur. Daher sponsert Schüco den Sport. Die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Schüco Open war ein voller Erfolg. Bei den 2. Schüco Open am 28. Juni 2010 im Golfclub Teutoburger Wald werden die internationalen Golfprofis und Schüco Markenbotschafter wieder mit am Abschlag sein.”
Für Schüco auf jeden Fall interessant, hält man sich alleine mal vor Augen, dass in Deutschland über 450.000 Golfer  laut Deutscher Golfverband regelmäßig über die Fairways der 682 Clubs in Deutschland laufen. Laut TUI übernimmt der Golfer sogar 6x mehr Urlaubsreisen als der Nicht-Golfer. Dies sagt schon etwas über die Finanzkraft dieses elitären Personenkreises aus. (Quelle: Studie Golfsport-Sponsoring in Deutschland)
Man kann meiner Meinung nach davon ausgehen, dass der Golfmarkt ein Markt ist, der mit Sicherheit noch nicht ausgeschöpft ist. Und die Personen die Golfspielen werden mir zustimmen, dass es bestimmt noch die ein oder andere Sache gibt, die einem das Spiel verschönern könnte. Und auch durch die Vielzahl an Spielmöglichkeiten wird man sehen, dass das Spiel immer günstiger wird. Eine Platzreife bekommt man mittlerweile schon für um die 150€.

Habt ihr andere Erfahrungen gemacht oder seid anderer Meinung, dann sagt bescheid…

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

3 thoughts on “Golfmarkt – Stiller “alter” Riese

  1. Martin Meyer-Gossner

    Guter Überblick über den Status des zweiten “Elitespports” der heutigen Zeit neben Segeln. Was Tennis Ende des 19. Jahrhuhndertswar, ist das Segeln heute. Die Möglichkeiten des Golfsports sind definitiv noch nicht ausgereizt. Allerdings müssen sich die Firmen fragen, ob man nicht so manche Amateur- und Kunden Veranstaltung konsolidieren sollte. In den letzten Jahren fällt mir auf, das die Termine um die Ferien liegen und oft die guten Events zur gleichen Zeit stattfinden. Oftmalls sogar in der selben Branche…

  2. andreandre Post author

    Vielen Dank für dein Feedback Martin, und mit der Konsolidierung hast du vollkommen recht!
    In Deutschland wird da gefühlt einfach viel zu wenig gemacht!

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