Personal Look – Thomas Pfeiffer von Webevangelisten

By | 16. Oktober 2010
Thomas Pfeiffer

Thomas Pfeiffer

Thomas Pfeiffer (geboren 1976) ist selbstständiger Online-Konzeptioner und Programmierer mit dem Schwerpunkt Web 2.0 & Social Media. Auf seinem Blog Webevangelisten.de schreibt er zwar auch über Gott und die Welt, aber dazu veröffentlicht er eine Vielzahl an hervorragenden Analysen zu dem Thema Web 2.0 und Social Media.
Ich freue mich sehr, dass Thomas sich Zeit genommen hat und mir Rede und Antwort gestanden geschrieben hat.

1. Was war deine erste Seite, die du im Netz besucht hast?
Oh, das weiß ich nicht mehr so genau. Aber ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal auf Wikipedia gestoßen bin, irgendwann 2001/2002: Ich war damals ein junger Programmierer und hatte gerade erste Seiten in HTML und Perl erstellt. Da bin ich also irgendwie auf diese Wikipedia gestoßen und habe den Button „Quelltext“ entdeckt und natürlich sofort ausprobiert, ob ich einen Text auch ändern kann. Meine erste Reaktion war: „Wie doof sind die denn, da kann ja jeder….“
Heute weiß ich, Larry Sanger und Jimmy Wales hatten eine grandiose Idee!

2. Welche Eigenschaften schätzt du an anderen Usern, um mit ihnen eine virtuelle Vernetzung einzugehen?
Ich lehne auch Kontakte auf Xing oder Facebook ab, wenn es offensichtliche Spammer sind. Auch auf Twitter habe ich einige Idioten, die mir partour auf den Senkel gehen und mich stalken, geblockt, nicht nur die üblichen Verdächtigen.
Wenn ich Kontaktanfragen von Fremden bekomme, sehe ich mir das Profil an: Sind da interessante Inhalte, also in erster Linie für mich spannende Statusupdates, freue ich mich, ansonsten: „später vielleicht“.

3. Was war dein bester Fauxpas den du im Netz gebaut hast? (CEO entfriended / CC statt BCC / Kantinenmail als Massenmail)
Einen CEO zu entfreunden fände ich ja mal witzig, wegen Augenhöhe und so :)
Ich war damals im Studium in der Studentenvertretung aktiv, es gab die Grüne Hochschulgruppe, die LAF, eine Art Freie Wähler und die Jungs (Mädels hatten die nicht) vom RCDS, dem Ring Christlich Demokratischer Studenten, also CDU-nah. Das hat mich natürlich gereizt, denen einen Streich zu spielen: Ich kann mich nicht mehr erinnern, was, aber ich habe denen eine E-Mail geschrieben und mich über sie lustig gemacht. Natürlich habe meinen Namen im Mail-Header verändert, aber nicht gewusst, dass ich meine E-Mail-Adresse auch verschleiern muss.
Der RCDS hat sich natürlich über meinen Fauxpas diebisch gefreut und ihn ausgeschlatet – zu Recht.

4. Würdest du einen PR-Berater beauftragen, um diesen Fauxpas wieder gerade zurücken?
Nein, ich habe tatsächlich einen dummen Fehler gemacht und mich dafür entschuldigt. Und auch nie wieder etwas Ähnliches gemacht.

5. Was sind deine Top 3 Markenkampagnen?
Ich bin ja nicht so der Marken-Fanboy, generell bin ich nicht religiös. Es gibt ein paar Dinge, die finde ich richtig stark, Firmen, die einfach ihre gute, richtige und nachhaltige Arbeit machen, grundsolide und gut. Dazu gehören die „Tageszeitung taz“, deren Genosse ich bin, Naturstrom, die einen Atomausstieg ermöglichen, und nicht nur darüber reden und die GLS Bank, die sich auf ethisch vertretbare Investments konzentriert. Von allen dreien bin ich Kunde. Die brauchen keine guten Marken*Kampagne*, die machen gute Arbeit. Im PR-Betrieb vergisst man manchmal, dass ein gutes Kerngeschäft eine wichtige Grundlage für eine Markenkampagne ist.

6. Wenn du eine Marke wärst, welche wärst du?
(lacht) Holla, die Waldfee. Welche Marke bin ich? Süß wie Nutella? Nein, ich bevorzuge Samba von Rapunzel, das ist Fair Trade. Vielleicht die Bahn, da meckern viele drüber ohne wirklich Ahnung zu haben. Schon allein deshalb hätte ich ein Faible dafür, quasi um den Entrechteten beizustehen. Aber ganz so lieb ist die Bahn ja auch wieder nicht. Also die auch nicht. Apple auch nicht, die sind mir persönlich zu arrogant, obwohl ich ein iPhone nutze. Ubuntu finde ich ganz spannend. Das kennt jetzt wieder keiner: it aber eine Open-Source Linux Distribution. Hierbei wird ganz deutlich, was für andere Marken auch gilt: das Markenimage liegt im Auge des Betrachters und damit auch in der Verantwortung der Community.
Wenn ich eine Marke wäre, dann wäre ich gerne wie Thomas Pfeiffer, das ist jetzt aber selbstrefentiell, referentiell, tiell, lll, …..

7. Scribble dein eigenes Logo
Nö! :-P
Warum denn das?
“Nur so Thomas, nur so :)”

Und selbstverständlich kommst auch du nicht um Frage Nummer 8 herum.

8. Wenn ich könnte, für welche Marke würde ich dich buchen?
Einfach, wer so viele Vorlagen liefert! Apple hast du schon genannt, aber das passt wirklich nicht. Bahn war gut, passt aber auch nicht. Aber dein Satz “Vielleicht die Bahn, da meckern viele drüber ohne wirklich Ahnung zu haben.” fand ich sehr sehr gut und daher würdest du meiner meinung nach gut zu Microsoft passen! Vielleicht kannst du einem dann besser erklären, ob man sich mit Windows Vista nur eine Auszeit nehmen wollte, um in Ruhe etwas besseres zu entwickeln :)

Liebe Microsoft Leute. Das war natürlich nur ein Spaß, der gehört bei dem Interview einfach dazu :)

3 thoughts on “Personal Look – Thomas Pfeiffer von Webevangelisten

  1. Thomas Pfeiffer

    Ich für Microsoft? Eher schon für Suse, oder für Ubuntu. Letzteres nutze ich nämlich auf meinem Hauptrechner, und bin sehr zufrieden damit. :)

  2. andre Post author

    Gut zu wissen!
    Also wer Probleme mit Ubuntu hat, bitte bei Thomas melden :)

    Danke dir noch einmal für das Interview

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