Gettings – Mehr gespart als ausgegeben

By | 14. November 2010

Location based Services. Ein Buch mit 7 Siegeln. Die einen nutzen Dienste wie Foursquare und Gowalla bis zum Anschlag und Checken ein wo es auch nur geht, andere wiederum schütteln nur den Kopf und fragen sich “Warum macht man das?” Ich frage mich das zwar nicht, aber ich benutze die Dienste eigentlich auch recht selten. Für mich persönlich hat sich der Mehrwert noch nicht so wirklich heraus kristallisiert. Liegt vielleicht auch daran, dass ich in solchen Diensten mein Netzwerk nicht so sehr pflege, wie beispielsweise bei Twitter oder Facebook. Aber darum geht es ja nun auch eigentlich gar nicht. Die Screenshots die ihr unten seht, sind nicht von mir selber, da das NexusOne bekanntlich keine Screenshots machen kann, wenn man es nicht gerootet hat. (Ich hab es nicht gerootet)
Durch einen E-Plus Kollegen und durch das Smartphone das ich besitze, durfte ich die Gettings App auf dem NexusOne schon einmal testen. Vorab sei gesagt, dass es natürlich noch einige Bugs gibt, aber im großen und ganzen funktioniert die App technisch schon ganz gut.

Es sei gesagt, vergesst nicht das GPS anzustellen. Aber wem passiert das schon ;)
Die App funktioniert eigentlich relativ simpel. Sobald man die App startet, gelangt man zunächst einmal in den Bereich

1) Karte
Hier hat man keine neuen Karten angelegt, sondern bedient sich einfach an den Google Maps Karten. Mitten auf der Karte guckt einen ein Auge an. Dieses Auge stellt denen eigenen Standort dar. Die Standortbestimmung beim heutigen Test war zwar nicht ganz so genau, aber das ist bei der App auch eigentlich gar nicht so schlimm.(Vielleicht lag es aber auch am Wetter.) Denn primär geht es darum, dass die App einem unterschiedliche Einzelhändler in der Umgebung anzeigt.
Das schöne daran ist, dass man nirgends wo einchecken muss, sondern die App einem sofort die Partner aus dem Umkreis anzeigt. Gehe ich nun zum Beispiel auf das Nordsee Logo, befindet sich dahinter ein Gutschein oder ein Angebot.
Ich habe das heute in der Düsseldorfer Altstadt ausprobiert und mir wurde ein Fischbrötchen angepriesen. Nein, ich habe nicht zugeschlagen.
An das Konzept angedockt sind auch noch weitere Incentives, die von der EPlus Gruppe ausgegeben werden. Aber wer dazu mehr wissen möchte, der liest am besten den Artikel bei Teltarif.
Was mich an dem Screen ein wenig stört, ist der Werbebanner im unteren Sichtbereich. Dadurch wird das Fenter unnötig klein gemacht. Schon an sich ist der Kartensichtbereich sehr klein, da auch die Navigation einen großen Teil des Bildschirms einnimmt.
Hier könnte ich mir vorstellen, dass sich die Darstellung auch eleganter lösen lässt. Wünschenswert wäre hier eine Fullscreen Kartenansicht. (Ich finde ja Dropdowns recht nett)
Gehe ich nun einen Schritt weiter, kommt man in den Bereich

2) Liste
Hier wird mir noch einmal eine Auflistung von Angeboten angezeigt. Pfiffig gemacht, denn hier taucht dann auch noch einmal der Werbepartner von unten auf.
Die Entfernungsangabe ist nett gemeint, klappte bei mir aber noch nicht wirklich gut, da die Bestimmung der Position nicht immer 100% genau geklappt hat. Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich eh immer etwas Probleme mit meine Internet Verbindung habe.
Schön dabei ist aber auch die Zusatzmöglichkeit, dass ich meinen genauen Ort eingeben kann, um die App bei der Positionsbestimmung zu unterstützen.
Meine liebsten Angebote kann ich mir dann auch noch sichern und unter den Favoriten abspeichern.

Fazit:

Pro
Also in meinen Augen hat die App wirklich Potential und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Menge Leute sie nutzen werden. Das schöne daran ist halt, dass man nirgends wo einchecken muss. Ich vergesse das nämlich eh immer. Außerdem brauchen sich die Leute keine Sorgen machen, dass sie irgendwelche Profile oder Konten anlegen müssen. Die Gutscheine in der App sind wirklich nett und der ein oder andere kleine, aber auch große Händler, wird dort seine Angebote bestimmt integrieren.
Vielleicht ist es für Gettings ja auch mal interessant, sich das Konzept von meiner Freundin mit den Citykreiseln anzuschauen :) Das würde doch super passen oder nicht? Hier geht´s zu ihrer Arbeit

Contra
In meinen Augen kann man an der Usibility noch ein klein wenig was tun. Wie bereits erwähnt finde ich den Sichtbereich ein bißchen klein, weil die Navigation sehr viel Platz einnimmt und unten auch noch Werbung zu sehen ist. Vielleicht lässt man die Werbung auch wegfallen?
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Karte sehr schnell unübersichtlich werden kann, sobald sich zu viele Angebote öffnen. Wie man im obigen Screen sehen kann, gibt es auch so kleine lila-farbene “Sprechblasen”, wo eine Zahl drinsteht. Manchmal sieht man da eine 2, dann mal eine 10 oder so. Zuerst wusste ich auch nicht genau, was da heisst. Aber wenn man drauf klickt, öffnen sich neue Angebote. Dadurch entgeht man natürlich einerseits der Unübersichtlichkeit, aber vielleicht sollte andererseits die Anzahl der dahinter liegenden Angebote beschränken.

Alles in allem ist es auf jeden Fall eine sehr interessante App, die noch die ein oder andere Kinderkrankheit hat. Aber schließlich ist es ja auch eine Testversion, wo das ein oder andere noch behoben wird. Für den “kleinen” Händler wird es auf jeden Fall spannend sein, da es ganz neue Werbemöglichkeiten ermöglicht und die Versteh-Barriere (geiles Wort) ziemlich gering ist. Wie man dem Teltarif Artikel entnehmen kann, wird es ja auch nicht ganz so teuer sein. Ich bin auf jeden fall gespannt, wie die App angenommen wird.
Ich behalte sie auf jeden Fall erst einmal auf meinem NexusOne.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

4 thoughts on “Gettings – Mehr gespart als ausgegeben

  1. photoThorsten

    Leider ja erstmal nur im “Rhein-Ruhr-Gebiet”, sobald es auch Niedersachsen umfasst werde ich es sicher mal auf meinem iPhone ausprobieren, ist nämlich ein interessantes Konzept.

  2. andreandre Post author

    Ist auf jeden Fall sehr interessant. Ich denke auch mal, dass die Ausbreitung recht zügig gehen wird!

  3. m106

    Die App kann nichts für die ungenaue Ortung, weil es nur auf die Daten zugreift die dein Nexus One zurück gibt. Vielleicht hattest du eine schlechte Sicht auf den Himmel, so dass kein GPS Fix durchgeführt wurde und du nur durch Mobilfunkmasten geortet wurdest, was ja bekanntermaßen nicht sehr genau ist.

    Bei mir jedenfalls klappt es wunderbar.

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