Personal Look – Andre Vatter (@avatter) Journalist

By | 22. November 2010

Der ein oder andere wird André Vatter bestimmt kennen. Vor allem dann, wenn man schon etwas länger die Entwicklung von Basic Thinking mitverfolgt. Nachdem das Blog von Robert Basic verkauft wurde, stand André Vatter ganz vorne mit dabei, in der Reihe der Schreiberlinge. Nun ist er leider nicht mehr dabei, aber die Qualität seiner Beiträge hat bei weitem nicht abgenommen.
Eine ganz eigene Schreibe, die mir persönlich sehr viel Spaß macht. Sein Hauptthemengebiet sind die Entwicklungen im Web 2.0, insbesondere mit den fluktuierenden Feldern von Social Media und Online-Advertising. Und nun will ich auch gar nicht weiter hier erzählen, sondern überlasse das Feld nun meinem Namensvetter André Vatter.

1. Was war deine erste Seite, die du im Netz besucht hast?

Das muss rund um das Jahr 1994 gewesen sein. Zuvor hatte ich mich in lokalen Mailboxen herumgetrieben, was mit dem 14.4er Modem schon eine ebenso spannende wie lautstarke Angelegenheit war. Irgendwann eröffnete Karstadt dann in unserer Stadt ein “Cybercafé” und ich versuchte gemeinsam mit einem Schulkollegen, die Band-Seite der Levellers aufzurufen. Wir hatten eine Adresse auf dem CD-Cover gefunden, wunderten uns aber darüber, dass partout nichts passierte. Zumindest so lange, bis jemand aus dem Hintergrund rief: “Das ist ne E-Mail-Adresse, Stupid!” Mein Kumpel wurde später Redakteur bei Spiegel Online Netzwelt, ich Redaktionsleiter von Basic Thinking. So läuft’s manchmal…

2. Welche Eigenschaften schätzt du an anderen Usern, um mit ihnen eine virtuelle Vernetzung einzugehen?

Ich könnte jetzt die schönen deutschen Sekundärtugenden aufzählen: Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Pünktlichkeit – aber eigentlich komme ich mit jedem zurecht. Als Journalist ist es allerdings eher wichtig, Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die Spezialisten auf ihrem Gebiet sind. Ich kann nicht 24 Stunden lang das komplette News-Geschäft sondieren, sondern muss mich auf ihre Expertise verlassen können. Das ist das Schöne am Social Web: Es gibt plötzlich wieder den menschlichen Filter, der uns vor dem Information-Overkill bewahrt.

3. Was war dein bester Fauxpas den du im Netz gebaut hast?
(CEO entfriended / CC statt BCC / Kantinenmail als Massenmail)

Warte, ich rücke mal eben die Couch zurecht, um mich entspannter in meinen Verdängungszonen bewegen zu können. Dabei gibt es gar nicht soviel zu erzählen: Ich habe Sperrfristen von Pressestellen missachtet (“Der Hinweis war aber auch wirklich klein!”), während der Berichterstattung zu einer Übernahmeschlacht beide Unternehmen verwechselt (und das Ganze zumindest für wenige Minuten veröffentlicht) und bei einer Hörsaal-Präsentation mal ein dubioses Hintergrundbild an die Wand geworfen.

4. Würdest du einen PR-Berater beauftragen, um diesen Fauxpas wieder gerade zu rücken?

Um Gottes Willen, nein. Erstens sollte man eigene Fehler selbst wieder geradebiegen – wie will man sonst aus ihnen lernen? Und zweitens gibt es ja sonst nichts, über das man auf trockenen Sektempfängen lachen kann.

5. Was sind deine Top 3 Markenkampagnen?

Das fragst du als Werber einen unabhängigen Journalisten? Die Antwort kommt sogleich: Apple macht einen einmalig tollen Job, weil sie absolut keine Kampagnen fahren. Das erledigen sowohl die Fanboys als auch die völlig bereitwilligen Medien. Die PR-Prämisse von Apple ist die Frage: “Was macht die Leute denn überhaupt neugierig?” Sind es schnelle Autos? Star-Testimonials? Günstige Preise? Tittenposter? Nein, es ist das Geheimnis, das uns gespannt und ungeduldig macht. Apple arbeitet im Dunkeln, feiert im Stillen die Spekulationen der Beobachter und enttäuscht nicht, wenn es soweit ist, die Hosen herunterzulassen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die ganze PR-Arbeit bereits von anderen geleistet.

Eine zweite Art von Kampagne, die mich fast immer einnimmt, besteht aus dem Eingeständnis eines Fehlers. Domino’s Pizza hat profitabel auf die Spuckattacke der zwei Mitarbeiter reagiert und hat seitdem die Kunden auf der eigenen Seite. HP konnte dem augenzwinkernden Vorwurf des Kamera-Rassismus cool entwaffnend begegnen und somit auf das Produkt hinweisen.

Den Vogel abgeschossen hat in dieser Hinsicht aber Electonic Arts. Einem Spieler des Games “Tiger Woods PGA” war aufgefallen, dass Mr. Woods aufgrund eines Software-Bugs wie Jesus auf dem Wasser laufen konnte. So hat EA den Spieß umgedreht:

6. Wenn du eine Marke wärst, welche wärst du?

Kann ich nicht lieber ein Tier sein?

7. Scribble dein eigenes Logo

Vielen lieben Dank für die Zeit und die interessanten Antworten.

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andre
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich sowohl als Assistent von Frank Dopheide (Inhaber), als auch für den Bereich Neue Medien zuständig gewesen. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe.
Seit 1.6.2015 bin ich nun als Leiter Digitale Markenführung bei AKOM360 beschäftigt.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus. Mein Wissen vertiefte ich Tag für Tag bei der Markenberatung "Deutsche Markenarbeit", die sich vor allem auf Markenanalysen und Markenstrategien spezialisiert hat.

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