Ist der digitale Tod die Lösung?

By | 3. Dezember 2010

Gestern bin ich über einen sehr interessanten Artikel von Ralf Schwartz beim Werbeblogger gestoßen.
US-Fans zeigen Twitter-Celebs, wo der Twitter-Hammer hängt!

Dabei geht es um eine Aktion, die von einigen US Promis inszeniert wurde. Sie nennt sich Buylife, keep a child alive. An sich ja eine wunderbare Aktion, nur die Art der Spendengenerierung stößt mir dabei ein wenig auf den Magen.
Im Web gibt es dazu noch folgendes Video

Jetzt muss man sich mal vor Augen führen, dass in diesem Video nur Multimillionäre auftauchen, die auch noch alle eine Vielzahl an Followern haben. Ist Twitter für so etwas geeignet? Bisher zumindest nicht, wie man gleich sehen / lesen kann.
Die Stimmen, die man in Blogs und YouTube Kommentaren wahrnehmen kann, sind dabei sehr unterschiedlich. Die einen unterstützen die Aktion und rechtfertigen sie, andere wiederum verschmähen die Promis und fordern sie auf, selber in die Tasche zu greifen. Zu ihrer eigenen Verteidigung geben sie natürlich an, schon unzählige male Organisationen unterstützt zu haben. Doch müssten sie dann nicht eigentlich wissen, dass man Menschen schlecht zu etwas zwingen kann? Erkennen die Follower vielleicht, dass der Content, den die Promis generieren, eigentlich nicht folgenswert ist?
Denn sie twittern oftmals wirklich nur von ihren privaten Verpflichtungen oder mal Backstage! Müsste man dafür bezahlen, dass man diese Tweets lesen darf, dann würde man es sich wahrscheinlich auch gut überlegen.
Ich würde es zumindest nicht machen.

IPersönlich finde ich es ja auch klasse, dass diese Menschen versuchen, die hilfsbedürftigen Menschen zu unterstützen, doch leider sieht man auch, dass sie Twitter und das Social Web an sich nicht wirklich verstanden haben.
Die letzten Posts die man auf den Profilen sehen kann sehen so aus

Jetzt gab es ja mittlerweile schon genügend Aktionen und Charity Events, bei denen eine Vielzahl an Geld gesammelt wurde. Warum glaubt man, dass man durch dieses zwingen / Druck ausüben zum Erfolg kommt. Denn diese Aktion ist nichts anderes als das.
“Wenn du nicht spendest, werde ich nicht mehr schreiben!”
Ich persönlich würde mir wünschen, dass der Counter bei 999.999 US Dollar stehen bleibt. Dann haben sie viel Geld gesammelt, aber müssten ja eigentlich zu ihrem Wort stehen.
Mittlerweile haben sie 182,768 US Dollar gesammelt. Der Weg ist also noch weit und mit Sicherheit nicht einfach. Vor allem ist die Mindestsumme ja auch nicht gerade gering angesetzt. Denn 10 Dollar muss man mindestens spenden.

Was mich ja außerdem noch interessieren würde wäre, wer eigentlich die Produktionskosten dafür übernimmt. Die Webseite, das Fotoshooting und der Film waren mit Sicherheit auch nicht günstig, auch wenn sie eine gewisse Viralität erzeugt haben.

Und was lernt man aus der Aktion?
Ich denke man sieht daran recht gut, dass es auch auf Twitter sehr auf die Qualität und die Art des Contents ankommt. Warum sonst sollte ich jemandem folgen? Natürlich gibt es da vielleicht noch eine persönliche Bindung oder so, aber primär sind es doch die Inhalte, die einen User interessant machen. Ist beim bloggen doch auch so.

Ich bin gespannt, ob sie wirklich bis zum Ende durchhalten. Im Notfall greifen sie vermutlich wirklich selber in die Tasche und zücken einen Scheck. Denn der ein oder andere twittert vielleicht doch aus Leidenschaft.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
---
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

2 thoughts on “Ist der digitale Tod die Lösung?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *