5 thoughts on “Olympia Logo 2016 in Rio von Tatil

  1. neximuss

    @paetzel Das Logo ist genial, sieht in 2D und 3D gleich aus. Super Idee!

  2. andre Post author

    Moin Goetz, das sieht sich aber wirklich ziemlich ähnlich, danke für den interessanten Link.
    Gibt es Links zu der Diskussion?

  3. Goetz Kluge

    Moinmoin Andre; zuerst dachte ich an ein Plagiat (nachdem das Logo-Thema in die Nachrichten kam), aber sicher ist das nicht.

    Der wichtigste Link ist wohl der zu einer Diskussion auf Portugisisch: http://www.flickr.com/photos/doocavendish/5317474684/ (auf maschinell übersetztem Deutsch: http://translate.google.com/translate?hl=de&u=http://www.flickr.com/photos/doocavendish/5317474684/).

    Naturgemäß sind Ähnlichkeiten noch kein Beweis für Plagiate, da sogar global Künstler zu ähnlichen Symbolen neigen. Aber eigentlich hätte den brasilianischen Designern (Tatil) sowohl das Logo von Telluride wie auch vom brasilianischen “Carneval 2004″ bekannt sein müssen, die Matisses “Tanz” noch ähnlicher sehen. Einer der vielen Grafiker in der großen Design-Firme hätte doch auch den “Tanz” selbst kennen müssen. Ähnlichkeiten können sich aus kollektivem Künstlerwissen ergeben, da müssen Logo-Designer aufpassen, um Plagiats-Vorwürfen vorbeugen zu kännen.

    Es ist nicht automatisch unehrenhaft, Bildzitate z.B. in Approbationen oder Rätsesbildern zu verwenden. In der Literatur und in der Musik gibt es ja Vergleichbares. Wer Symbole wie den Ringelpiez der Tänzer in einem Logo verwendet, sollte zumindest damit rechnen, das schon jemand Anderes auf diese Idee gekommen ist.

    Ein öffentlicher Bezug auf Matisse bei der Vorstellung des Logos am 31. Dezember 2011 hätte dem Design-Unternehmen möglicherweise nicht nur die Diskussion erspart, sondern hätte das Logo vielleicht sogar noch aufgewertet.

    Das Thema, wie Bildbetrachter über Ähnlichkeiten urteilen, ist bei mir (beruflich nicht Künstler, sondern Ingenieur) zu einem Hobby geworden. Dabei bin ich dann auf Henry Holidays Illustrationen zu “The Hunting of the Snark” gestoßen, ein in englischsprachigen Raum recht bekanntes Werk von Lewis Carroll. Was ich dort fand, ist in http://www.snrk.de und in http://www.flickr.com/photos/bonnetmaker/sets/72157621923487911/ gelandet. Interessant ist für mich, wie vorsichtig einerseits die dort gezeigten Ähnlichkeiten beurteilt werden (“kann auch Zufall sein”), wohingegen in anderen Fällen sehr unkritisch gleich Plagiatsvorwürfe gemacht werden. Künstler (wie Holiday und Singh) können mit der inhärenten Ambiguität von Bildzitaten spielen, Logo-Designer müssen da aber aus rechtlichen Gründen vorsichtig sein.

    Wie man elegant durch Erklärungen (versteckter) Bildzitate Plagiat-Vorwürfe vermeidet und trotzdem gute Kunst produzieren kann, zeigt Mahendra Singh (http://ajourneyroundmyskull.blogspot.com/2010/12/illustrating-agony-in-eight-fits.html) in seinem Blog (http://justtheplaceforasnark.blogspot.com/). Singh ist ein zeitgenössischer deutsch-indisch-kanadischer “Snark”-Illustrator, der (ganz unabhängig von Holiday, weil anfänglich ohne Kenntnis der Bildzitate Holidays) eigene Rätsel in seinen Illustrationen unterbrachte. Aber da geht es um etwas Anderes als um Logo-Design.

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