Kalorienbombe Internet

By | 4. Februar 2011

Cookies sind die wahren Feinde

Deutsche Verbraucher haben 2010 deutlich mehr beim Online-Shopping ausgegeben als im Jahr zuvor. Das konnte man Anfang des Jahres in diversen Magazinen und Zeitungen lesen. Rund 39,2 Mrd. Euro hat der Internet-Handel im vergangenen Jahr umgesetzt – 14% mehr als noch 2009. (Quelle: Center for Retail Research in Nottingham)

Böse Zungen behaupten, wir sind faul geworden, doch ist es nur die Faulheit oder wollen wir in Wahrheit einfach nur sparen? Im Stern gab es einen schönen Artikel der da lautete: “Wir sind wirklich nicht blöd!”

Dabei geht es primär um das Thema Preisvergleich und wie wir Konsumenten vor einem Kauf entscheiden. Als Beispiel nahm man hier eine Person, die bei einem Elektronikhersteller einen Artikel für 99 Euro kaufen wollte. Schon im Angebot sei hier angemerkt. Diese Person nahm das iPhone, benutze vermutlich Barcoo und scannte den Preis. Uns siehe da, bei Amazon gibt es den Artikel für 75 Euro. Wie solche Preisunterschiede manchmal zu Stande kommt fragt man sich wirklich und vor allem fragt man sich, wie hoch die Margen da eigentlich sein müssen. Natürlich weiß auch jeder von uns, dass ein Preis aber auch noch wesentliche andere Faktoren wie Gehalt, Miete usw beinhaltet. Aber darum soll es gar nicht weiter gehen, dass kann man auch im Stern lesen. S. 78 Wirtschaft

Vielmehr geht es um das Verhalten des Konsumenten auf dem heimischen Sofa. Während wir früher für unsere Schätze noch jagen uns sammeln mussten, hat die Zeit uns mittlerweile eingeholt. Wir müssen sogar Geld ausgeben, um Kalorien zu verbrennen. Früher war das nicht so. Du gingst raus, Pfeil und Bogen übergeworfen und bevor du Kalorien zu dir nehmen konntest, hattest du sie schon wieder verbrannt. Das Internet hat uns kommunikativ schneller gemacht und körperlich gefühlt immer langsamer. Schaut man im Fitnessstudio mal auf die Reihe der Fahrräder, dann könnte man meinen, dass einige es nur benutzen um auch noch tippen zu können. Beim laufen ist das ja schwieriger, hab ich schon probiert.

Ist das Web wirklich an unseren Kurven schuld? Sind wir nur deswegen fauler geworden? Brauchen wir einen Internet freien Tag?

Noch vor 30 Jahren galt nicht einmal jeder zehnte Einwohner der industrialisierten Welt als fettleibig. Seither hat sich die Zahl der stark Übergewichtigen mehr als verdoppelt, sogar verdreifacht. Besonders stark gestiegen ist ihre Zahl in Nordamerika und in vielen Teilen Europas. (Quelle: Studie: „Fettleibigkeit und die Ökonomie der Prävention: Fit not fat!“)
Nun wollen wir gar nicht soweit zurück blicken sondern schauen nur einmal auf die letzten Jahre.
Im europäischen Online-Handel ist das Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr um über 19% auf 171,9 Mrd. Euro gestiegen. Im Vergleich zu 2008 ergibt sich sogar ein Anstieg von 42%.
In Deutschland soll der Online Handel im Jahr 2009 rund 15,4 Milliarden Euro umsatz gemacht haben. (2008: 13,4 Milliarden Euro) (Quelle: zdnet)
Angefangen hat das ganze so ungefähr 1999, als so Plattformen wie eBay in Deutschland starteten. Es herrschte Goldgräberstimmung und während man anfangs erst nur die Nächte vorm Rechner verbrachte, kamen schnell auch die Tage hinzu. Die Online Nutzung insgesamt nahm rasant zu.

Online Nutzung  1997 bis 2007 Quelle Uni Hamburg

Online Nutzung 1997 bis 2007 Quelle Uni Hamburg

Und mit ihr wurden auch die Tage und die Zeit für andere Dinge immer kürzer. Ich weiß nicht mehr, was die Zahlen mittlerweile ganz genau sagen, aber ich glaube die durchschnittliche Internet Nutzung der Deutschen liegt bei 10 Stunden pro Woche. Einige von uns knacken das an einem Tag. Zählt man dann noch die Stunden hinzu die man schläft und arbeitet, dann bleibt da nicht mehr viel übrig.

Wundert es dann noch, dass wir keine Zeit mehr für uns und die Gesundheit haben?

Geht es um das Gewicht, kann man aus weiteren Studie noch folgendes ablesen.
2008 waren weltweit 13,8 Prozent der Frauen und 9,8 Prozent der Männer fettleibig. 1980 waren es noch 7,9 Prozent der Frauen und 4,8 Prozent der Männer. Und so kommt man im Jahre 2008 auch auf geschätzte 205 Millionen Männer und 297 Millionen Frauen, die fettleibig gewesen sein sollen. Alleine in Europa sind es rund 214 Millionen, die zu viel Speck auf den Hüften haben sollen. Und gleich nach den Briten haben wir es in Europa auf den zweiten Platz geschafft.. Fast zwei Drittel, genau 59,7 Prozent, der Bundesbürger sind zu gut bestückt.

Und da kann man nachher auch nicht mehr ganz so gut über solche Dinge lachen.
Gefunden bei Spon: Achterbahn in Harry Potter Park geschlossen: Zu viele Besucher hatten nicht in die Sitze einer Achterbahn gepasst, sie waren zu dick.

Irgendwie schon ein wenig beängstigend wie ich finde.
Ich glaub, ich geh dann nachher mal lieber den Kaninchen das Futter wegessen.
Quelle:

FAZ
Stern
Textilwirtschaft

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
---
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *