Fan sein will gelernt sein

By | 1. März 2011

Sie schreibt so schöne Geschichten wenn wir ehrlich sind. Was wäre die Bundesliga nur ohne ein Derby zwischen Dortmund und Schalke oder den zahlreichen anderen Partien die man nun nennen könnte. Es ist der Vergleich zwischen unterschiedlichsten Sportlern, die doch alle das eine verfolgen. Sie wollen die Menschen die Wochenende für Wochenende auf der Tribüne stehen begeistern.
Das Wort Fan ist so ein leichter Begriff und doch vermutet man gar nicht, was für eine Kraft hinter diesen 3 Buchstaben steckt. Für die Bundesliga ist es ein scheinbar unbezahlbares Gut, das einerseits so stark und andererseits doch so zerbrechlich ist.

Freude und Leid liegen so nah beieinander.

40.000 (Stand: 30.06.2010) gegen 90.000 (Stand: 01.01.2011). (Quelle: transfermarkt.de) Ja man mag es kaum glauben, aber auch wenn Dortmund Meister wird, wovon wohl mittlerweile fast jeder ausgeht, werden sie die Schalker vermutlich doch nicht einholen.

Fans sind für jeden Verein ein unbezahlbares Gut. Und eigentlich ist es gar nicht so schwierig den Fan an sich zu binden.

Wochenende für Wochenende pilgern sie in die Stadien. Immer mit der Hoffnung, heute klappt es schon.

# Mannschaft Summe Spiele Schnitt
1 Borussia Dortmund Borussia Dortmund 861.240 11 78.295
2 Bayern München Bayern München 828.000 12 69.000
3 FC Schalke 04 FC Schalke 04 797.118 13 61.317
4 Hamburger SV Hamburger SV 594.893 11 54.081
5 1. FC Köln 1. FC Köln 566.800 12 47.233

Bei dem einen sind es im Schnitt knapp 80.000, bei dem anderen rund 47.000.

Interessant dabei ist, dass sie es alle freiwillig tun. Keiner von ihn wird gezwungen. Warum klappt das bei diesen Marken und nicht bei all den anderen? Bei denen, die wir Tag für Tag versuchen zu bewerben? Warum schließt man sich so einer Marke nicht automatisch an?

Vielleicht wird man in das Fan sein hineingeboren! Vielleicht kann man sich den wahren Liebhaber Verein auch gar nicht aussuchen! Es gibt so viele Faktoren, die das Fan sein bestimmen. Getrieben von unterschiedlichen Faktoren.

Doch komischerweise klappt es nicht, auch wenn wir es noch so wollen?

Die Präsentationen sind voll von Aufforderungen wie “Ihr müsst Fans gewinnen”.

Doch leider ist es nicht ganz so einfach. Vor allem dann, wenn Plattformen auf einmal nicht mehr vom “Fan” sprechen!

Vielleicht ist der Fan an sich ein aussterbender Begriff und bald reden wir nur noch von Liebhabern oder Likern.

Man merkt, dass der Begriff “Fan” ein sehr kraftvoller und schwerer Begriff ist. Diesen gebraucht man nicht einfach mal so leicht. Er will erst verdient werden

Denn wie oft hat man schon gehört “Du bist gar kein richtiger Fan”

Das tut weh, vor allem, dann wenn man sich als ein solcher fühlt.

Fan sein will gelernt sein.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

3 thoughts on “Fan sein will gelernt sein

  1. Johannes

    Der Begriff “Fan” beim Fußball ist ein extrem komplexer: Da gibt es Sympathisanten, Eventfans, Hools, Ultras, Fanclubmitglieder, Ground Hoppers, Traditionalisten, Mode-/Erfolgsfans.

    “Fan” ist jedenfalls nicht deckungsgleich zu gebrauchen mit den hier genannten Statistiken zu Vereinsmitgliedern oder Besucherzahlen.

    Das Faszinierende am Fußball ist: All die unterschiedlichen Arten von Fans sind nicht nur bloße Zielgruppe oder Konsument der “Marke” Schalke, Dortmund, usw. – sie BILDEN letztendlich die Marke. Denn im Unterschied zu den weitgehend austauschbaren Personengruppen Vereinsführung, Mannschaft, Trainer etc. begleiten sie den Verein langfristig.

    Das kann man zwar marketingtechnisch geschickt kanalisisieren (z.B. St. Pauli) oder durch finanzielle Investition und den daraus resultierenden sportlichen Erfolg pushen (z.B. Wolfsburg, Hoffenheim). Langfristig gesehen ist mir – jedenfalls in Deutschland – bisher aber noch kein Verein begegnet, den man “von oben herab” nachhaltig in seinem Markenkern ändern konnte. Kommerzialisierung hin oder her – hier stößt das Werben um neue Fans immer noch an gewisse Grenzen. Denn “echter” Fan wird man letzten Endes immer noch weitgehend instinktiv.

    Oder wie Nick Hornby sagte: “Ich habe mir meinen Verein nicht ausgesucht. Er hat sich mich ausgesucht!”

  2. andreandre Post author

    Hey Johannes,
    ein stückweit gebe ich dir ja recht, nur mit dem Satz “sie BILDEN letztendlich die Marke” muss man in meinen Augen vorsichtig sein.

    Viellicht prägen sie eine Marke, aber um eine Marke zu bilden, sind glaube ich noch viele andere Faktoren gefragt.

    Ich glaube was man an deinem Kommentar und meinen Text sehen kann ist, wie unterschiedlich der Begriff interpretiert wird und werden kann. Für den einen ist der Fan nur ein Anhänger, für den anderen eher so etwas wie ein wie ein fester Bestandteil. Ich finde deine Ausführung sehr interessant und werde sie mal sacken lassen :)

    Danke dir

  3. Johannes

    Natürlich sind die Fans nicht alles, was eine Marke ausmacht. Insofern ist der Begriff PRÄGEN wahrscheinlich der bessere.

    Aber ich finde es schon immer wieder erstaunlich, wie Fans – bei allen Kompromissen, die die Kommerzialisierung des Fußballs in den letzten Jahrzehnten mit sich gebracht hat – Grenzen setzen können, wenn es um die Marke ihres Vereins geht: Ich denke da an Beispiele wie die Rückkehr zum alten Vereinslogo bei Waldhof Mannheim, die Abschaffung der unpopulären neongelben Trikots bei Borussia Dortmund oder die aktuelle “Bring Back St. Pauli” Bewegung.

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