Regiobahn Piktogramme – Was hat die Bahn sich da gedacht

By | 11. April 2011

Ein Gastbeitrag von Alexa Gregor (Freies Design)

Da sitzt du nichts ahnend in der Regio-Bahn und dann schlägt es zu: Das KD-Gen!
Und wenn es wirkt, kannst du nichts machen: Erst fällt mein Blick auf den witzigen blauen Aufkleber, der Schwarzfahren und “Blauen Brief” mit einander in Relation stellt. Was das soll, verstehst du nicht, was hat das denn beides mit einander zu tun? Vor allem, wenn man nicht mehr zur Schule geht? Zumindest nichts Gutes, das ist wohl klar.
Aber einmal geweckt, viel mir noch etwas auf: Sind das etwa neue Piktogramme in der Bahn? Da schau ich doch mal genauer hin!
Das Piktogramm “Nicht essen!” ist sehr spannend. Eigentlich hat die Pommes-Tüte doch bisher immer gereicht, oder? Vielleicht haben aber ein paar “pfiffige” Bahnfahrer Streit angefangen, weil ihr Eis doch keine Pommes ist, deswegen ja erlaubt sein müsste, könnte ich mir vorstellen.
Nun aber zum Abgebildeten: Das Eis und das Getränk sind eindeutig in ihrer Abbildung. Der Lolli für “Süßigkeiten” ist vielleicht etwas groß geraten und ich hätte ein Bonbon vorgezogen, aber eindeutig zu entschlüsseln.
Nur dieses platte Ding unten rechts… ich vermute, dass es etwas essbares ist, vielleicht ein Hotdog, oder ein Hamburger? Ja, ich glaube es ist ein Hamburger! (Wurde bestimmt aufgenommen, weil so viele Menschen mal eben ‘nen Hamburger beim großen gelben M kaufen und sich damit in die Bahn setzen). An dieser Stelle wäre vielleicht die Pommes besser, weil eindeutiger zu erkennen gewesen. Dann hätte zwar vielleicht der Lolli aus Platzgründen heraus fallen müssen, aber man hätte “Getränk”, “Süßes” und “Salziges”, also eine gute Mischung.
Was aber angekommen ist: Nichts, was lecker ist, Dreck oder Gestank machen könnte, soll in der Bahn gegessen werden – finde ich an sich ja auch gut, wenn ich an einen Döner denke, der frisch neben mir verzehrt wird…
Nun war mein KD-Interesse geweckt: Das “Abfall”-Piktogramm finde ich in seiner Aussage eindeutig. Das “Fahrkarte hier abstempeln”- Piktogramm würde ohne den Pfeil aus funktionieren, tut es beim Mülleimer ja auch. Nun ja, man möchte ja nur helfen ;)
Beim Aussteigen dann das Piktogramm, das mir sagen soll “Hier bei Grün drücken!”. Was dann passiert, bleibt eine Überraschung, hoffentlich geht die Tür auch auf, soll ja schonmal bei der Bahn nicht funktioniert haben. Viele Bahnfahrer haben wahrscheinlich auch bei Rot gedrückt und Panik bekommen, weil die Tür nicht auf geht, von daher ist der Hinweis “bei Grün” an sich gar nicht so schlecht.
Nun aber zu der Übersicht der Verbote und Gebote beim Einsteigen in die Bahn (hier natürlich spiegelverkehrt, weil von innen, also beim Aussteigen).
Hier kein Rollstuhl, Kinderwagen und Fahrrad – verstehe ich! (Frag mich zwar, wo die sonst hin sollen – vielleicht einfach nicht in die Regio-Bahn und in die S-Bahn?)
Das “Rauchverbot” verstehe ich auch, zu dem “Nicht essen!” habe ich ja genug gesagt. Nun aber zur Kamera, bzw. dem Piktogramm “Videoüberwachung”.
Die Aussage ist eindeutig: Hier wird videoüberwacht, hier bist du sicher, lieber Bahnfahrer. Naja, kann man drüber denken, wie man möchte. Nicht aber zur Gestaltung! Die Kamera ist viel zu komplex abgebildet. Ich meine mich zu erinnern, dass das alte Piktogramm, was mir so im Kopf herum schwirrt von der Bahn verwendet wird. Wenn nicht, zeigt es aber zumindest, dass es einfacher in der Gestaltung funktioniert. Nur vielleicht angepasst, also nicht so eckig. Ich frage mich schon, warum ausgerechnet die Kamera so komplex, mit Knöpfchen, Kabel und Lüftungsschlitze, dargestellt wird. Vielleicht will sich die Bahn als besonders fortschrittlich darstellen und es wurde explizit Komplexität gewünscht – sonst kann ich es mir nicht erklären und würde sagen, dass es nicht zu den anderen passt, also schlecht gemacht ist.
Und was lernt man daraus? Auch wenn man meint, dass man schon alles in der Bahn 1000 Mal gesehen hat, schaffen es kleine Aufkleber, weiß auf blau, einen so zu fesseln, dass Düsseldorf/Neuss nur ein Katzensprung ist. Und dass der KDler nie schläft – nicht mal in der Bahn…

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