Was kommt #next11 ? Ein Zwischenfazit

By | 17. Mai 2011

Wenn das Wörtchen “Wenn” nicht wäre, und all die Tage nicht schon vor dem Aufstehen beginnen würden, ja dann wäre vieles so viel einfacher. Aber ich will nicht rumnörgeln, ich habe es mir ja selber ausgesucht.

6.40 Uhr ging der Flieger Richtung Berlin. Den Weg hat er gefunden und mit ihm, erreichte ich dann auch ziemlich schnell mein Ziel. Zwar sperrte der Berliner BVG zur Begrüßung gleich mal ein paar Bahnabschnitte, doch ich ließ mich nicht aufhalten und bahnte mir den Weg direkt zur Conference.
Dort angekommen begrüsste einen auch gleich das diesjährige Motto der Veranstaltung.

DATA LOVE

Datenschützer springen vermutlich gerade über diverse Brückenabgrenzungen, aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Auch wenn man schon an der Tür mit ganz viel DATA LOVE begrüsst wurde. Aufgebaut war / ist die Konferenz in unterschiedliche Themenslots. Von international über Media, zum ADC Workshop, zum Elevator Pitch. Ach Branding habe ich auch noch vergessen.

Die Unternehmen und Sponsorn, die diese Slots besetzten mussten dafür auf jeden Fall gut hinlangen. Denn 25.000€ ist nicht wenig.
Aber trotzdem haben sich genügend Sponsoren gefunden, schaut man mal auf die nette Sponsorentafel.

Bisschen komisch ist zumindest, dass gleich drei Agenturen bei der #next11 auftreten. Neben einem der Hauptsponsoren (SinnerSchrader) ist auch noch Scholz & Friends und kempertrautmann vertreten. Vielleicht haben sie es mit dem Begriff Pitch Elevator zu genau genommen …

Aber nun gut, kommen wir zu den Inhalten. Für mich stand der Themenplan für diesen Tag recht schnell fest. International, International und Media sollte es sein. Eine wirklich schöne Bühne, die man hier in der Halle errichtet hat.

Auf dieser dann ein netter Countdown, der die Zuschauer ganz langsam auf die ersten Speaker einstimmte.
Und dann war es auch soweit. Endlich ging es los. Viele Tage und Nächte an Vorbereitungen stecken in diesem Event. Und trotzdem gibt es natürlich immer noch welche, die nörgeln müssen.
Netz zu langsam, Steckdosen kaputt, Schlange beim Essen zu lang. Nenenene, diese digitalen Nimmersatts.
Nach der Eröffnungsrede, die ich zugegebenermaßen früher verlassen musste, kam

Kevin Slavin (@slavin_fpo) von aero_code.
Ein spannender Vortrag über “Algorithms that govern our lives”. Dabei ging es weniger darum, wie wir immer mehr in der digitalen Welt gefangen sein werden, sondern vielmehr darum uns klar zu machen, dass es Maschinen sind, die mehr und mehr anfangen unser Verhalten zu bestimmen. Vielleicht sollte man sich das einmal vor Augen führen, sollte es doch eigentlich anderes rum sein oder nicht.
Vor allem stellte er eine wichtige Frage, die sich der ein oder andere vermutlich nicht genau vor Augen führt.

Wer ist eigentlich heute der User?

Das ist auch eigentlich eine ganz schöne Überleitung zum nächsten Speaker. Ihn kennen vermutlich wenige, dafür sein Spiel umso mehr.

Peter Vesterbacka (@pvesterbacka), Gründer und Entwickler von Angry Birds wurde von Sarah Lacy (Techcrunch) interviewed.

Dabei verdeutlichte er, dass es von Anfang an weniger um das Spiel an sich, sondern eher um die Charactere ging.

“Everyone loved the bird-characters. We had to build a game around those characters.” Peter Vesterbacka, Rovio #next11

Lässt sich nachher vermutlich immer einfach sagen, wenn man es dann erst einmal geschafft hat. Aber auch bei den Stimmen aus dem Publikum konnte man wahrnehmen, dass die Leute sich vor allem auf die Charaktere fokussiert haben.
Leute wollen etwas, mit dem sie sich identifizieren, und so ist es bei dem einen die “rote” Bombe, und bei dem anderen die “schwarze” Bombe.

Danach gab es dann das wohlverdiente Break.
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ESSEN

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Weiterging es mit dem Thema “Bright Data, Big City: How Data Transforms Metropolitan Life.” von Andrew Keen (@ajkeen)
Talk: Why Data Must Remain Neutral.

Andrew Keen sprach dabei über die unterschiedlichen Faktoren, die in den letzten Jahren unser aller Leben veränderten. So sagte er “Data is the new Oil. It is the cole in the economy” Und wenn man seinen Worten genau folgte, konnte man sich ein wenig vorstellen was er meinte. Doch auch er gelangte schnell an Grenzen, die den Unterschied zwischen Oil und Data darstellen.
DATA wird immer noch von uns erstellt und daher korrigierte er sich auch recht schnell und sprach direkt von Personal Data.

Danach folgte ein allgemein sehr interessantes Thema.

Bright Data, Big City: How Data Transforms Metropolitan Life. von Euro Beinat, Chairman der Currentcity Foundation.
Laut Beinau rechnet man damit 2020 50 billion connected devices weltweit zu haben.

Und dazu zählen nicht nur mobile devices, sondern auch Häuser, Autos und was man sich sonst noch vorstellen kann.
Dabei werden in Zukunft ganz unterschiedliche Sachen eine wichtige Rolle spielen.
Eines der wichtigsten ist aber natürlich das Thema Visualisierung. Abrufe bei YouTUbe Videos steigen und steigen und auch Bilder werden immer mehr hochgeladen. Der User will nicht nur lesen, er will unterhalten werden.
Mit Hilfe der Daten und Inhalte, können ganze Sachverhalte neu konstruiert werden.
Ein wirklicher schöner Vortrag, der vor allem durch die noch nicht aufgezeigten und schön visualisierten Statistiken glänzte.

Danach folgte gleich Christopher Osborne (@osbornec), Business Development Director bei ITO World. Er befasste sich noch stärker mit dem Thema Visualisierung. Vor allem für den Betrachter natürlich ein spannendes und interessantes Feld. Vor allem dann, wenn DATA und die notwendige Visualisierung dafür verwendet werden kann, um beispielsweise Rettungskräften die Arbeit zu vereinfachen.

Alles in allem war es wirklich eine sehr interessante Veranstaltungen mit unterschiedlichen Themen. Leider kann man sich nicht alles anhören, da viele Veranstaltungen gleichzeitig laufen. Da lobe ich mir Twitter, wodurch man auch mitbekommt, was eigentlich nebenan so passiert. Trotzdem muss man eine Sache festhalten. Zwar brauchen die Speaker allesamt keine inhaltliche Nachhilfe, doch sollten sie sich mal überlegen, vielleicht mal einen Präsentationsworkshop zu machen. Neben ablesen, über hässliche Charts, bis zu nicht eingebetteten Videos war alles dabei.

Für mich war es bisher ein wirklich schöner und aufschlussreicher Tag, der einiges zu bieten hatte. Und ein Tipp an die Leute,die sich gerade überlegen, was sie denn beruflich machen sollen.
Ich glaube, dass Information-Architects und Information-Designer (gibt es das eigentlich???), sehr gute Jobchancen haben werden. Zumindest, wenn man nach den Themen der next Conference geht.

Danke an das #next11 Team, die Sponsoren, die Veranstalter für die Bemühungen, einen solch schönen Tag aufzustellen.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

3 thoughts on “Was kommt #next11 ? Ein Zwischenfazit

  1. Daniel Rehn

    Danke für die Zusammenfassung. Für einen Daheimgebliebenen wie mich sind solche Berichte immer ein Segen ;)

    Aber ich hätte noch eine Frage zum Interview mit Vesterbacka: Hat man auch mal nachgehakt wie er und sein Team es eigentlich ausgehalten haben, dass sie vor Angry Birds an die 50 andere meist eher schlecht als recht laufende Spiele entwickelt haben und trotzdem weitermachten? Dieser Wille immer weitermachen zu wollen ist in meinen Augen unglaublich imponierend und inspirierend, hat wohl aber auch sehr viel mit der amerikanischen “try, fail, try again, fail better”-Philosophie zu tun …

  2. andreandre Post author

    Ne wurde leider nicht gefragt. Alles in allem, wurden so gut wie gar keine Fragen gestellt. An sich eine sehr ruhige Veranstaltung, die aber auch nicht so wirklich zum Fragen einlädt

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