RULEBREAKERS

By | 21. Juli 2011

Bildquelle: Fundraw

Die Situation:
Mutter, Vater, Tocher, Sohn. Eine Ampel. Eine Straße.
Die Ampel zeigt “rot”. Mutter, Tocher, Sohn bleiben stehen. Der Vater geht rüber.

“RULEBREAKERS”, ertönt es aus dem Mund des kleines Mannes. Beide Hände hochgestreckt  schreitet er seinem Vater nach.

Kein Vorbild, vor allem nicht für die andere Belegschaft, die da gerade an der Ampel wartete.

Aber wer sind eigentlich Regelbrecher? Denn in letzter Zeit begegnen wir ihnen immer häufiger. So sieht sich zum Beispiel die Agentur GREY im Bereich von Social Media als Regelbrecher (WuV Interview) und auch Spiegel Online spricht vom “Regelbrecher

In beiden Fällen sind die Themen zwar recht unterschiedlich, doch trotzdem führen sie irgendwo wieder zusammen. Richard Branson, der Mensch der gerne mal ausgefallene Hobbies betreibt, hat sich ja bekanntlich auch in die Formel 1 eingekauft. Ganz ohne rennfahrerischen Hintergrund so wie man es in der Vergangenheit gewohnt war. Die Ferraris und Co, die eine lange Tradition vereint, bestimmten diesen Sport. Nun kommt jemand um die Ecke, der mit all dieser Tradition gar nichts am Hut hat. Denn er ist auch der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten und sich daraus ergebenden Geld. Und so kämpft er Tag für Tag gegen Tony Fernandes, seinen einstigen Finanzbuchhalter bei Virgin und jetzt Besitzer des Lotus Rennstalls.

Wo begegnen uns eigentlich im Web solche Regelbrecher.

Vielleicht sind es die, die uns immer wieder auf Konferenzen vor Augen führen, dass alles doch nicht so einfach ist wie wir denken. Vielleicht sind es aber auch die anderen, die uns gerade das zeigen wollen. Eigentlich ist es doch so einfach zu kommunizieren und man sollte froh sein, dass man von Tools auch noch Unterstützung bekommt.

Doch mit jedem neuen Tool steigt auch die Überforderung. Und Überforderung bedeutet Unzufriedenheit. Und Unzufriedenheit kann man nicht verbergen.
Könnte es vielleicht sein, dass “Rulebreakers” da sind um Unzufriedenheit zu stiften? So wie der Mann an der Ampel? In selber hat es wahrscheinlich gar nicht interessiert, aber die anderen Eltern an der Ampel haben sich fürchterlich aufgeregt. Sie mussten ihren Kindern erklären, warum man so etwas eigentlich nicht machen sollte. Auch in der Formel 1 steigt die Unzufriedenheit. Denn auch hier gibt es Erklärungsbedarf. Denn ein Ecclestone muss sich mittlerweile auch vor alt eingesessenen Kollegen verantworten.

“Rulebreakers” sind schon echt komische Typen und ich bin mal gespannt, wann sie ihre eigenen Regeln aufstellen.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

7 thoughts on “RULEBREAKERS

  1. Daniel Rehn

    In der Mode gibt es den Merksatz, dass man die Regeln des guten (Kleidungs-)Stils kennen müsse, um sie zu brechen und daraus etwas Neues zu schaffen. Jemand, der zum Beispiel Karos mit Streifen mischt, hat sich entweder im Dunkeln angezogen und nichts dabei gedacht oder aber er hat sehr genau darüber nachgedacht, was er da tut. Entscheidend ist aber genau das: Hat man über das, was man tut, nachgedacht und darin einen tieferen Sinn erkannt? Sprechen wir von einem bewussten Akt der Rebellion, um Unsinnigkeiten aufzuzeigen oder zu beweisen, dass man nicht in den festgefahrenen Bahnen eines Wertemusters/-systems gefangen ist? Oder ist jemand einfach nur eine hohle Nuss, der macht, was er will, ohne sich um irgendjemanden außer sich selbst zu scheren?

    Okay, die Frage nach einem tieferen Sinn über Mode definieren zu wollen, ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber es trifft den Kern der Sache dennoch, wie ich finde.

    Rulebreaker wie Branson tun die Dinge, die sie tun, nicht nur weil sie die Möglichkeiten dazu haben, sondern auch, weil sie sich ihre Gedanken über eigene Ziele und Wünsche gemacht haben, die sie auf dem herkömmlichen Wege nicht erreichen würden. Aus Branson wird sicherlich kein Rennfahrer mehr, aber er hat erkannt, dass es Regeln gibt, die er beugen oder gar komplett brechen kann, um trotzdem zu kriegen, was er will, auch wenn es Wiederstände gibt. Klar, es stößt damit nicht überall auf Gegenliebe, weil andere vielleicht nicht diese Möglichkeiten haben oder ihre Denkmuster derlei Ausbrüche nicht zulassen, aber seien wir doch einmal ehrlich: Die größten Taten in Politik, Sport, Medien, Gesellschaft und Co. kamen von denen, die nicht das Standardprogramm gefahren haben.

    Ohne Rulebreaker wäre es um einiges langweiliger ;)

  2. andreandre Post author

    Du schreibst ja fast längere Kommentare als Artikel :)

    Bist wohlmöglich auch ein Rulebreaker ….

    Aber hast recht, es brauch ja auf jeden Fall “Rulebreaker” sonst könnte man ja auch keinen Fortschritt erzielen.

  3. Roland Judas

    Ein spannendes Thema. Am Ende dürfte es gleich sein, ob der Regelbrecher wirklich die Regeln kennt, die brechen möchte, oder ob ihn Uneigennützigkeit, Leidenschaft, Liebe oder einfach nur Neugier motivieren: Wer Regeln bricht, legt sich mit allen an, die sich an die Regeln halten. Und er braucht einen langen Atem.

    Ich lese derzeit übrigens ein interessantes Buch zu dem Thema mit dem Titel “Rulebreaker: Wie Menschen denken, deren Ideen die Welt verändern” von Sven G. Jánszky und Stefan A. Jenzowsky mit einigen spannende Beispielen. (gibt’s als Kindle-Edition für 10 €, ich mir damals dummerweise die gebundene Ausgabe gekauft, die ist etwas unhandlich)

  4. andreandre Post author

    Super danke dir für den Tipp, werde ich mir bestimmt mal ansehen.

    Aber glaubst du nicht, dass man eine Regel viel effektiver brechen kann, wenn man sie vorher kennt?

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