Wie kommunizieren Kommunikationsagenturen? 5 Deutsche Werbeagenturen im Social Web

By | 16. Juli 2011

Sie alle nutzen Social Media und verkaufen es vermutlich auch ihren Kunden. Diese Beitrag, soll einen kleinen Blick über die eigene Kommunikation der Agenturen geben. Dabei sei auf jeden Fall erwähnt, dass nicht immer alle Seiten der Agenturen aufgelistet werden. Primäre Networks mit den ich mich beschäftigt habe waren Facebook und Twitter. Nur im Ausnahme- und besonders gutem Fall habe ich auch noch andere Plattformen hinzugezogen. Ich versuche mich hauptsächlich auf Deutschland zu beschränken. Bei Agenturen wie GREY, die aufgrund eines Netzworks auch International tätig sind, würde es sonst ein wenig lange dauern, das alles aufzulisten.

Trotzdem wird man denke ich schon ganz gut die Unterschiede zwischen all den Agenturen erkennen.

Jung van Matt

 

 

 

Jung von Matt tritt im Web recht vielseitig auf. Dabei sieht es ganz klar danach aus, dass jeder Agenturableger für sich selber verantwortlich ist. Das erkennt man schon, wenn man mal einen Blick auf Twitter richtet.

Hier stößt man zum einen auf das Profil von JvM Spree

und zum anderen über das Twitter Profil von JvM next.

Auch auf Facebook präsentieren sich die Agenturen losgelöst voneinander. Ob Spree, Relations oder Neckar, allesamt sind sie einzelnd auf den Plattformen vertreten. So unterscheidet sich natürlich auch die Kommunikation voneinander. Während die einen über die Pausenbrote twittern, ist es bei anderen etwas Kundenlastiger.
Auf Twitter ist bei JvM next beispielsweise nicht mehr so viel los. Der letzte Tweet erfolgte glaube ich im Jahre 2009.

Im Bereich Blogs trifft man die JvM Crew auch auf unterschiedlichen Blogs an. So bloggt JvM Neckar auf dem bekannten Bewegungsmelder, während die Planner von JvM im WoZi bloggen.

Alles in allem ist die Agentur Jung von Matt, immerhin Deutschlands kreativste Agentur im Ranking, auf den Plattformen vertreten,  könnte sich aus Social Web Anwender Sicht jedoch noch wesentlich mehr austoben.

BBDO

 

 

Gibt man BBDO Germany in der Facebook Suche ein, trifft man zunächst einmal auf eine Gruppe von BBDO mit 752 Mitgliedern. Für den interessierten Besucher also erst einmal uninteressant.
Während andere BBDO Standorte, wie zum Beispiel APEX BBDO mit einer gut gepflegten Seite punkten
hinkt man in Deutschland noch ein wenig hinterher.
Jedoch findet man den deutschen BBDO Standort recht schnell auf Twitter (BBDO Twitter).

Hier herrscht zwar eine sehr einseitige Kommunikation, aber trotzdem scheint es einige zu interessieren. Primär empfängt man hier als Follower Nachrichten über Kunden, gewonnene Preise oder Erwähnungen anderer BBDO Standorte.
Vermutlich orientiert man sich hier an BBDO worldwide. Da ist die Kommunikation genau so einseitig.

Ein richtiges Blog habe ich bei BBDO vergeblich gesucht. Dafür gibt es eine sehr gut gepflegte Newssite, auf der man alle Informationen erhält die man braucht.

Der Auftritt von BBDO im Social Web ist wenig Dialog orientiert. Hier setzt man den Fokus klar auf Unternehmensinformationen. Aus Kundensicht ist dies mit großer Sicherheit ausreichend und informativ. Schwer wird es vielleicht erst, wenn es denn dann wirklich mal um eigene Beispiele geht, bei denen es um Kommunikation im Social Web geht. Dann müssen doch die Kunden herhalten.
GREY

 

Grey kenne ich recht gut, habe ich doch da meine Ausbildung absolviert und danach einige Monate in der Digital Unit gearbeitet.
Auf twitter findet man GREY unter Grey_ger. Die Kommunikation bei GREY wird von Johannes Lenz durchgeführt. Sie ist sehr Dialog orientiert, aber auch mit Agentur Informationen gepaart.
Im Verlauf konnte man bei dem GREY Twitter Account ein stetiges Wachstum feststellen, auch wenn die Zahl der Follower im Vergleich zu anderen Seiten noch etwas geringer ist.

Auf Facebook sucht man GREY Germany vergeblich. Hier gibt es noch keinen Auftritt. Einzig und allein die von Facebook selber generierte Seite ist dort zu finden.
Dafür betreibt man bei GREY unter blog.grey.de ein Blog. Hier stößt man vorrangig auf Themen über Social Media und neue Trends. Ab und an gibt es auch einen Post über neue Kampagnen oder Kunden. Geführt wird das Blog hauptsächlich von Johannes Lenz. Mit ihm habe ich damals zusammen das Blog gegründet. Unterstützt wird er vom Head of Planning Alessandro Panella und weiteren, ab und zu zur Verfügbarkeit stehenden, Praktikanten oder Azubis.

Mit Sicherheit wird dieser Bereich in naher Zukunft auch noch weiter wachsen, hat man sich mittlerweile auch Verstärkung an Board geholt.
Ogilvy

 

 

 

Auf Twitter sucht man Ogilvy Deutschland vergeblich. Dafür findet man einen größeren internationalen Account, der bei Etat Gewinnen auch mal Deutschland erwähnt.
Auch eine eigene Facebook Seite von Ogilvy Deutschland habe ich vergeblich gesucht. Auch hier gibt es nur eine von Facebook generierte, auf die sich ein paar Leute verirrt haben. Trotzdem hat man bei Ogilvy schon gezeigt, dass man auch schöne Facebook Ideen entwickeln kann. Der ein oder andere kennt bestimmt die IKEA Idee Billygram.

Vielleicht muss man hier auch einfach sagen, man ist sich treu geblieben …
Während andere, wie man gleich noch sehen wird, sehr viel Zeit in den Neuen Medien aufopfern, beschäftigt man sich bei Ogilvy zumindest äußerlich nicht sehr viel damit.  Es gibt bestimmt einige Mitarbeiter, die das tun, aber für den Betrachter ist Ogilvy gar nicht bis wenig vertreten.

Scholz & Friends

 

 

Scholz and Friends ist im ersten Blick eine der aktivsten Agenturen im Social Web. Nicht nur, weil man des öfteren mal was vom Social Media Director Nico “uff” Lumma liest, sondern auch, weil Markus Mayr ziemlich viel für das digitale Gesicht der Agentur tut.
Auf Twitter erhält man nicht nur Nachrichten über Kunden, sondern auch die Aktion mit anderen Nutzern ist ziemlich hoch. Zum wird dabei vom ScholzFriends Account von Events, aber auch einfach mal von den unterschiedlichen Standorten getwittert. Für den Follower recht interessant, aber vor allem auch amüsant.
Auf Facebook findet man S&F (S&F Facebook) auch recht schnell. Wenn noch etwas kleiner mit rund 1300 “Likern” werden hier vor allem Werbeinhalte verbreitet. Dabei meine ich Werbung nicht im Sinne von “Werbung”, sondern eher im Sinne von spannende und interessanten Dingen aus der Werbewelt.

Auch bei S&F findet man auf der Seite kein wirkliches Blog, aber dafür eine gut geführte Newsseite.

 

Bei den Agenturen zeigen sich alles in allem noch immer große Unterschiede in Bezug auf eigene Ausrichtung und Positionierung im Bereich Social Media. Während die einen versuchen gleich mehrere Plattformen zu bespielen, konzentrieren sich andere wiederum nur auf eine. Natürlich sind oben nur 5 Beispiele aufgeführt, die keineswegs in irgendeiner Form repräsentativ verwendet werden können. Trotzdem zeigt es glaube ich ganz gut, dass die eigene Kommunikation im Social Web eine nicht allzu große Rolle spielt.

Dafür gibt es vermutlich viele unterschiedliche Faktoren.

1. Zeit
Zeit ist Geld. Kommunikation im Social Web kostet Zeit und somit auch Geld. Entweder, weil man einem Mitarbeiter die zeit eingestehen muss, oder, weil man dafür jemanden neu einstellt. Und auch dann gibt es immer noch Probleme. Denn sitzt diese Person erst einmal auf einem Kunden, wird die Zeit für die eigene Kommunikation recht schnell eingeschränkt.

2. Thematik
Über was soll ich eigentlich reden? Interessiert das eigentlich irgend jemanden, was wir hier erfinden? Reine Werbenachrichten sind langweilig, denn die bringen mitunter schon WuV und Horizont. Für viele stellt sich daher verständlicherweise die Frage, welches Thema soll ich besetzen.

3. Transparenz
Wie weit darf man gehen? Dem Kunden verkauft man gerne mal Guidelines. Wenn man diese jedoch für sich selber schreiben muss, wird es schon schwieriger. Denn dann kann man nicht mehr nur beraten, sondern man muss es selber umsetzen. Nicht so einfach, vor allem, wenn man sich vorher nicht so sehr damit auseinander gesetzt hat.

Mit Sicherheit gibt es noch viele andere Punkte, doch das waren die ersten die mir spontan einfielen.

Wenn ihr weitere gute Beispiele habt, dann lasst es mich wissen. Und wenn ihr auch so was zu sagen habt und eigene Erfahrungen gemacht habt, dann lasst es mich auch wissen.

 

Hier gibt es auch noch eine allgemeine Liste von Werbeagenturen auf Twitter.

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andre
Seit 1.6.2015 bin ich nun als Leiter Digitale Markenführung bei AKOM360 beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

32 thoughts on “Wie kommunizieren Kommunikationsagenturen? 5 Deutsche Werbeagenturen im Social Web

  1. Johannes Lenz

    Hallo André,

    lieben Dank für Deinen ausführlichen Blogpost.

    Fakt ist, dass sich das GREY Blog wunderbar entwickelt. Wie Du aktuell sehen kannst, haben wir neben Alessandro als Autor auch das Team Female (siehe auch die Female Studien auf http://www.grey.de), welches sich künftig aktiv mit Beiträgen zu diesem Themenschwerpunkt befassen wird.

    Übrigens: Alessandro schreibt vor allem über erfolgreiche Kampagnen im Social Web. Und die dabei aufgeführten Marken sind in der Regel nicht die, die sonst im Fokus stehen. Neben dem Female Team, Alessandro und mir werden auch künftig immer wieder Auszubildende mit an der Fortentwicklung des GREY Blogs einbezogen.

    Gerade Letzteres zeigt, dass wir dem Nachwuchs die Chance geben, sofort mitzuschreiben und auf diese Weise die Darstellung der Agentur noch vielfältiger und persönlicher wird. Beispiele dafür sind insbesondere die Beiträge von Rebekka in den letzten Monaten, in welchen sie speziell den Bereich HR bei GREY oft thematisiert hat.
    Thematisch geht das Blog demnach inzwischen über Social Media und neue Trends sowie Kampagnen hinaus. Und auf diesem Weg werden wir weitergehen!

    Weitere Kanäle über die wir kommunizieren findest Du auf YouTube (htttp://www.youtube.com/GreyGermany), Slideshare (http://www.slideshare.net/GreyGermany) oder mit Unternehmensprofilen auf Linkedin oder Xing.

    Letztlich aber bedeutet jeder Kanal nicht nur eine weitere Kontaktmöglichkeit für Interessierte (Mitarbeiter, Kunden, Nachwuchs oder Multiplikatoren) sondern auch auf Agenturseite Pflege und damit personelle Aufmerksamkeit, wenn man es so sagen will. Das gilt es auch zu bedenken.

    Schließlich zu Deinem letzten Punkt, der Feststellung: “Trotzdem zeigt es glaube ich ganz gut, dass die eigene Kommunikation im Social Web eine nicht allzu große Rolle spielt.”

    Im Falle von GREY hat sich dies geändert. Das was wir im letzten Jahr bis heute vorangebracht haben, freut mich und ist Ansporn, diesen Weg weiter zu beschreiten. Es gibt sicherlich noch viel zu tun für uns, aber man darf dabei auch nicht vergessen, dass es Zeit braucht, gerade bei einer großen Agentur, das Thema zu verankern. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten, das Profil von GREY im Social Web zu schärfen. Offen und persönlich möchte ich zeigen, was sich bei uns tut und bewegt. Und genauso gehe ich mit Kritik um. Dabei komme ich auf Deinen Punkt Transparenz und Guidelines: wir haben sowohl für das Blog (Verhaltensregeln) als auch generell Guidelines (Social Media Guidelines als Tipps für die Mitarbeiter). Diese zu implementieren ist ein stetiger Prozess.

    Was die anderen Agenturen anbetrifft, so stimme ich Dir vor allem in puncto S+F (hier vor allem Markus und Nico) absolut zu. Die machen schon einen guten Job ;)

    Liebe Grüße
    Johannes

  2. andreandre Post author

    Lieber Johannes, stimme dir da vollkommen zu und weiß ja auch was du so im Web für GREY treibst. Am Anfang habe ich ja auch geschrieben, dass ich das Hauptaugenmerk auf Twitter und Facebook richte.

    Gleichzeitig gebe ich zu, dass ich nicht allzu tief in die Materie bei allen eingetaucht bin. Man kann es bestimmt noch wesentlich ausführlicher machen und alle Accounts auflisten.

    Ich finde das was du machst gut und ich denke, es wird sich auch noch weiter gut entwickeln. Ich glaube, man hat bei euch von anderen gelernt und setzt das auch gut um.

    LG und einen schönen Sonntag noch

  3. Marie-Christine Schindler

    Die drei Gründe mögen ja Sinn machen, für Agenturen als Vordenker und Vorbilder ziehen sie aber nicht. Der eigene Auftritt im Social Web dient nicht nur der eigene Profilierung, er ist auch Übungsplatz in Sachen Social Media-Kommunikation und in diesem Sinne unverzichtbar.

  4. andreandre Post author

    Liebe Frau Schindler, danke für ihren Kommentar.

    Die 3 Faktoren wurden ja auch genannt, weil ich denke, dass sie die Agenturen einschränken. “Übungsplatz” sollte man dann wahrscheinlich bei dem ein oder anderen nicht sagen, denn leider meinen ja immer noch die meisten, alles müsste direkt funktionieren.

    Ich werde ihnen heute Abend noch ausführlicher Antworten, muss aber nun mal eben weg. Daher etwas kürzer …

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  8. Lambert Schuster

    ich habe Ihren interessanten Artikel mit Aufmerksamkeit gelsen. Da erfahre ich viele Trends aus einer “Vorreiterbranche”. Was mich aber noch mehr interssiert und was ich vermisse, ist die Nutzen-Analyse. Welchen Nutzen erfahren die Agenturen aus den unterschiedlichen Engagements im Web2.0 und bei Social Media. Interessant für den Unternehmer ist doch nur die Aufwand-/Nutzen-Analyse und der Vergleich zu konventioneller Kundenakquisition, wie die Telefonakquise. Zu letzterem kann ich zwei interessante Beiträge liefern: http://bit.ly/fRLiGh sowie http://bit.ly/ijn1Ay

  9. Pingback: dt. Agenturblogs | NeueWerbung

  10. Bella1992

    Mache jetzt auch meine Ausbildung bei Grey, also ab dem Sommer- kannst du die ausbildung empfehlen? Liebe Grüße

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