DAX 30 Vorstände sind im Social Web eine Null.

By | 15. August 2011

Die DAX Unternehmen sind in der Social Media Welt angekommen. Ihre Vorstände nicht.

Social Media ist als Mehrwert erkannt. Jedes DAX Unternehmen ist dort aktiv, mit steigender Tendenz, wachsenden Budget und zunehmendem Zeitaufwand.

Wenn man sich die Entwicklungen in den unterschiedlichsten Themenfeldern anschaut und auch mal die ein oder andere Konferenz besucht, erscheint das auch alles recht logisch. Denn wer predigt nicht momentan, dass das Internet immer wichtiger wird und auch die Großen sich endlich damit beschäftigen sollten.

Nun tun sie es und sie haben auch gute Gründe dafür.

*Stärkere Bindung zur Zielgruppe.
*Besseres Verständnis der Kundenwünsche
*Frühes Erkennen sich verändernder Bedürfnisse
*Involvieren der Kunden in Veränderungsprozesse und neue Produktentwicklungen.
*Einführung von neuen Produkten.
*Verkaufspromotions.
*Rekrutieren von Talenten.
*Stärkung der Identifikation mit der Unternehmensmarke.
*Schnellere Information der eigenen Mitarbeiter
*Bessere Einbindung der „Heavy User“ und „Meinungsbildern“

Alles Strategien, die auch von den Vorständen mitverabschiedet wurden / werden mussten. Aber wie eigentlich über etwas entscheiden, von dem man selber keine Ahnung hat. Zumindest wenn man Ahnung, mit eigener Präsenz gleichstellt?

Um so überraschender, dass nicht ein einziger Vorstand persönlich dort aktiv ist.
Auch die Vorstände der Telekom nicht, die man dort doch an vorderster Front vermuten würde.

Aber was könnten mögliche Gründe dafür sein?

*UNKENNTNIS mit der Welt der Social Media. (fehlendes Verständnis)
*FEHLENDE persönliche Relevanz (fehlende Relevanz)
*MANGELNDE Zeit (fehlende Zeit)
*Rechtliche HAFTUNGSRISIKEN (fehlende Sicherheit)
*FEHLENDENE Unternehmensstruktur
*FEHLENDE Erfolgscases

Deutschlands TOP Manager sind nicht mit Computern auf die Welt gekommen. Auch wenn sie mittlerweile jeder benutzt, heisst das noch lange nicht, dass man sie auch für das verwendet, was eigentlich nahe liegt. Eine Studie von Mc Kinsey besagt zum Beipsiel, dass jeder CEO heutzutage im Durchschnitt 4,32 mobile Endgeräte mit sich herumträgt. Es wird gemailt, Präsen angeschaut, aber das soziale Netzwerk wird nicht gestärkt.

Social Media ist durch „Bull Shitting“ groß geworden. Zumindest in den Augen vieler Vorstände. Je lauter und aggressiver der Stil, desto höher die Followerzahl. Damit verorten Deutschlands Vorstände Social Media eher als Medium der Unternehmenswertvernichtung, denn als Mittel zur Wertsteigerung.

Es gibt keinen weltweit präsenten Case, der den Vorständen zeigt, wie jemand aus ihren Reihen durch konsequentes Engagement in Social Media den Wert des Unternehmens deutlich gesteigert hat.
Dem gegenüber sind die Medien randvoll mit Fällen, in denen ein Klick zum Todesurteil wurde

In einer Welt, in der jedes Wort der Top-Entscheider auf die haftungsrechtliche Goldwaage gelegt wird und für millionenschwere Klagen missbraucht wird, ist die persönliche Äußerung ein risikoreiches Unterfangen. Und gemäß des Grundsatzes „what´s unwritten is untrue“ macht das geschriebene Wort es noch viel schlimmer. Denn einmal ins Internet geschossen ist es für alle Zeiten unauslöschlich, es wird bei Gelegenheit wieder hervorgezerrt, kopiert und vervielfältigt. Und selbst Aussagen, die heute richtig sind, sind in fünf Jahren falsch.

Unternehmen sind von der Geschwindigkeit und der Komplexität der neuen Medien genauso überfordert, wie ihre Agenturen. Kommunikationsstruktur und –architektur behindern die umfassende Steuerung. Noch liegen Marketing, PR, Corporate und Social Media auseinander, denn in einer Hand. So gibt es auch keine strategische Einbindung der Vorstände in diese Tätigkeiten.

Nachvollziehbarerweise mit dem enormen Druck, den hohen Risiken und der fehlenden Zeit verschwenden die Vorstände keine Zeit und keine Gedanken an Social Media.

Was lernen wir daraus?

*Solange es keinen Erfolgsfall gibt, werden Vorstände nicht aktiv.
*Allerdings entsteht eine Glaubwürdigkeitslücke, wenn das Unternehmen aktiv ist, die Vorstände nicht.
*Die Vorstände brauchen eine klar definierte Aufgabe in der Social Media Strategie des Unternehmens
*Die gezielte Einbindung ermöglichst spürbare Wertsteigerung bei der Stärkung der Identifikation, der Bindung von Talenten.
*Die ersten Vorstände, haben die größten Möglichkeiten sich zu profilieren.
*Social Media bietet die wirkungsvollste Möglichkeit die Identifikationskraft der Unternehmensmarke und des Vorstands zu erhöhen
*Der Fokus der Vorstände in Social Media liegt in der internen Kommunikation

Hier gibt es die Untersuchung zum Download.

Bei Fragen kontaktieren sie einfach paetzel(at)dmarken(dot)de

Weitere Erwähnungen:
Nur 24 von 182 Dax-Vorstände in sozialen Netzwerken aktiv von Claudia Tödtmann (WiWo Management Blog)

Entwickelt wurde diese Untersuchung von der Deutschen Markenarbeit GmbH und DIKRI, Das Deutsche Institut für Kommunikation und Recht im Internet.

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andre
Seit 1.6.2015 bin ich nun als Leiter Digitale Markenführung bei AKOM360 beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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