So langsam fängt es an zu kribbeln. Würde ich zumindest mal vermuten. Am 8.9 soll es soweit sein. Dann liegt sie da, zusammen mit der GQ und wartet darauf, endlich ausgepackt zu werden.
Die Geek und Freak Szene (ZG nach wikipedia) wartet gespannt.
Auf dem Blog der deutschen Wired, geführt von Thomas Knüwer, wird so langsam die Schlagzahl erhöht. Zumindest ist es so ein Gefühl, dass ich gerade so habe.
Aber wie wird sie sich durchsetzen, gegen all die schönen Blogs, die uns Tag für Tag mit Inhalten versorgen? Ist es das Blatt, das so schön in unseren Händern liegt, ist es das Layout, dass uns direkt ins Auge fällt, oder ist es die Qualität der Beiträge, die sich dann doch so sehr von dem “normalen” Blogger unterscheiden?
Ich bin wirklich gespannt und werde mir bestimmt auch mal das GQ Magazin zu kommen lassen.
Aber was steckt eigentlich hinter das WIRED und ihrem ausgesprochenem schönen Design. Ich habe mich mal auf die Suche nach einigen Informationen begeben und zum Glück auch fündig geworden.
Vor allem über das Logo wird viel spekuliert, welche Schriftart denn nun verwendet wird und wie es dazu kam.
Da ist auf einmal von einer optimierten Gotham rounded
oder Tungsten die Rede.

Aber auch der Laie, der genau hinschaut wird sehen, dass es keine von beiden sein kann.
Aber im gleichen Artikel bei myfons.com kam man der Lösung schon recht nah.
Die Autorin vermutete die Vitesse by Hoefler & Frere-Jones, die jedoch optimiert wurde. Sie sollte recht behalten.
Auf der WIRED.com Seite bin ich dann auf den Artikel “the math behind” gestoßen.
Es dreht sich dabei um das Thema “Kerning” (die Unterschneidung) . In der Typography ein wichtiger Begriff.
Quelle: Typolexikon_kerning
“Typographischer Terminus aus dem englischsprachigen Raum für das Ausmitteln kritischer Buchstabenkombinationen; ästhetischer Schriftweitenausgleich kritischer Buchstabenpaare innerhalb eines Fonts, der in einer Unterschneidungs-, Ästhetik- oder Kerning-Tabelle durch den Schriftgestalter vorgegeben wird. In derMikrotypographie auch als »Zurichtung einer Schrift« bezeichnet. Der Begriff Kerning konnte sich mit Beginn des optomechanischen Schriftsatzes (Fotosatz) auch im deutschsprachigen Raum etablieren.”
Diese Technik wandte man auch bei dem WIRED Logo an.
Schaut man sich das Logo genau an, dann sieht man, dass es bei den Buchstaben keine Überschneidung gibt.
Trotzdem wird es optisch sehr ausgeglichen, ist jeder der Buchstaben, in einem eigenen Quadranten ausgerichtet.

Bei dem Wort colophon (Beispiel von Hoefler & Frere-Jones) erkennt man recht schön, wie ausgewochen die einzelnen Weißräume zueinander sind. Für den Betrachter ergibt sich ein ausgewogenes Bild.
Für das “neue” WIRED Logo spielte die Ausgewogenheit vor allem auch eine Rolle, da man in dem Logo Buchstaben mit und ohne Serifen verwendete. Orange auf weiß mit Serifen, weiß auf orange ohne Serifen. Diese Äquivalenz macht es für den Betrachter einfacher, das Logo zu lesen und ist natürlich auch ein Wiedererkennungsmerkmal.
Entwickelt wurde es von dem Creative Director Scott Dadich. Zumindest hat er den Artikel geschrieben und erklärt das Phänomen des Kernings.
Man kann ihm auch Twitter folgen unter @sdadich
Er ist mittlerweile Vice President, Condé Nast Digital Magazine Development.
Quellen:
myfonts



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@paetzel Was ist Dir denn da für ein Specimen von der „Tungsten“ reingerutscht :O
http://t.co/DdacGdx | http://t.co/0IIl64Q
Wie kam es eigentlich zum #WIRED – Logo? Logolook hat recherchiert: http://t.co/c5UBMuJ via @tknuewer
Servus! Kurze Kritik: Sowohl die vermeintliche Schriftprobe von der „Gotham Rounded“, als auch die von der „Tungsten“ sind nicht korrekt. Hier die korrekten Schriften:
# http://www.typography.com/fonts/font_overview.php?productLineID=100030&path=head
# http://www.typography.com/fonts/font_overview.php?productLineID=100035&path=head
Weiter ist aus meiner Sicht die Anordnung der einzelnen Logo-Lettern kein Kerning. Beim Kerning geht es um manuellen Schriftausgleich, hier sind (höchstwahrscheinlich) die einzelnen Zeichen einfach horizontal zentriert in ihren quadratischen Container gesetzt. Höchstwahrscheinlich ist der Griff zur Serife in den weißen Containern aus der Notwendigkeit heraus geschehen, den quadratischen Raum füllen zu müssen. Die Vitesse ist auch in diesem Fall nicht optimiert, sondern lediglich modifiziert worden.
Ich habe mal kurz gezeigt, was genau passiert ist und dass die Position der einzelnen Lettern nicht dem harmonischen Ausgleich diente:
# http://twitpic.com/6be10f
Du hast auch den Begriff „Überschneidung“ erwähnt, der genau wie „Unterschneidung“ ein typografischer Terminus ist:
# http://de.wikipedia.org/wiki/Unterschneidung_(Typografie)#.C3.9Cberschneidung
Die „Weißräume“ nennen sich „Fleisch“, „erwochen“ soll wahrscheinlich „erwogen“ heißen, „Äquivalenz“ wahrscheinlich eher „Ambivalenz“, aber auch das passt irgendwie nicht richtig. Ich denke nicht, dass der Mix aus der Vitesse und den modifizierten Serifenlosen die Lesbarkeit erhöht, auch wenn der, der das Logo geschaffen hat, das meint. Gerade der Effekt der Blinkens, den er auch in seinem Artikel beschrieben hat (und den ich von seiner Herleitung/Bedeutung her absolut genial finde), senkt die Lesbarkeit extrem.
Danke Stefan, wie gut, dass ich aufmerksame Leser habe!
danke dir, werde es noch korrigieren
Servus Stefan
ich habe mich bei dem Artikel ehrlich gesagt ein wenig an dem von wired.com orientiert.
Ich werde das aber noch einmal nach recherchieren.