Rama ist keine Butter oder doch?

By | 8. Februar 2012


Gestern durfte, konnte, musste ich wieder einiges lernen. Denn in meiner Fotoserie AGAINST WASTE auf apaetzel.com postete ich gestern ein Bild, auf dem ein Rama Deckel zu sehen ist. Von der Headline her konnte der Leser schon ein wenig davon ausgehen, dass ich diesen Deckel von Rama, für einen Deckel einer Butter Verpackung hielt. Doch schnell brach das Butterstürmchen über mich hinein. Denn auf Google Plus wurde ich gleich einmal zurecht gewiesen.

Der Dank geht natürlich auch noch einmal an Patrick Hempel, der mich in Sachen Margarine gestern aufklärte.

“Alleine an der Verpackung sieht man, dass es sich nicht um Butter handeln kann. Dank Kaiser Wilhelm: ” Die Ähnlichkeit zu Butter wurde so verblüffend, dass Kaiser Willhelm 1897 das erste Margarine-Gesetz erließ, um sie von der Butter unterscheiden zu können. Die Margarine musste als abgestumpfter Kegel im Becher oder als quadratischer Würfel im Handel angeboten werden. Zudem musste die Verpackung einen deutlich sichtbaren roten Streifen und die Aufschrift Margarine tragen.” -http://www.lebensmittellexikon.de/m0000330.php

ABER und jetzt kommt es, ein bisschen Recht hatte ich trotzdem. Denn während bis Anfang der 1920er Jahre man Margarine Lokal in unterschiedlichen Fabriken herstellen lies, entschied man sich 1924 für eine gemeinsame und zentralisierte Fertigung. Das Pflanzenfett wurde fortan unter dem Namen Rahme, vermarktet. Der Name Rahma sollte Assoziationen zum tierischen Rahm hervorrufen. Später entschied man sich dann dazu, das “h” wegzulassen.
Aber, und jetzt kommt es wirklich, ist es durchaus legitim, wenn man bei Rahma auch an Butter denkt.

Denn am 15. Januar 1901 wurde der Markenname Rama für „Butter, Margarine, Speisefette, Speiseöle“ bereits  in das deutsche Markenregister eingetragen. Und genau an diesen Zeitpunkt habe ich mich bei dem Bild zurück erinnert. “Da war doch noch was!?”
Und auch das Mädchen, welches man auf er Verpackung sieht / sah, bezeichnet man als “Buttermädchen”.
Bis zum Jahre 2011 zierte das Mädel die Verpackung. Doch dann hatte es sich ausgebuttert und man setze, so wie man es oben auch sehen kann, mehr auf die Natur.  Als eines der ersten Produkte wurde Rama in den 1920er-Jahren flächendeckend beworben, von insgesamt 800.000 Litfaßsäulen und Plakaten strahlte das Rama-Mädchen. (Quelle: Rama Geschichte)

Jedoch, und so ist es bei Marken häufiger, musste das Buttermädchen aufgrund der Internationalisierung, die Unilever mit Rama beschloss, den florierenden Blüten weichen. Auch eine neue Typo wurde eingesetzt, um das Logo zeitgemäßer und frischer darzustellen.

Aus Markensicht hat das Buttermädchen nicht nur die Marke, sondern auch einen großen Teil der Werbewelt geprägt.

 

Danke auch an Karoline Steinfatt und Patrick Hempel, die mich auf die Idee gebracht haben darüber zu schreiben.

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