Social Media und Vereine – Was können die Neuen Medien leisten

By | 25. April 2012

Foto by Andre Paetzel / apaetzel.com

In Deutschland gibt es rund 595.000 Vereine. Egal ob in den den Sportbereichen Fußball, Handball, Hockey, oder Umwelt, Naturschutz, Tierhilfe. Fast jeder von uns ist in einer dieser Gruppierungen vertreten. Wir opfern unsere Freizeit, um diese wiederum mit anderen zu erleben. Wir organisieren Feste, informieren neue Mitglieder und und und. Die Aufgabengebiete sind groß.

Doch fast alle Vereine haben eine Sache gemeinsam. Sie müssen auf das Geld achten. Das geht nicht nur großen Vereinen so, auch wenn man hier manchmal nicht das Gefühl hat, dass sie das tun, sondern vor allem kleinen Vereinen fehlt das Geld vorne und hinten. Da muss man halt schon einmal schauen, ob der neue Trikotsatz für die Jugend gekauft werden kann. Es sind oft die Sponsoren, die ihnen aus der Klemme helfen, aber sind diese nicht mehr da, geht es von vorne los.

Aber nicht nur finanziell haben es viele Vereine schwer. Auch die Kommunikation leidet nicht selten unter der “Inaktivität” der Mitglieder. Sei es, dass die Mailkette nicht funktioniert, oder der nächste auf der Telefonliste nicht erreichbar ist. Auch neue Mitglieder sind schwierig zu finden. Denn die Auswahl und das Angebot an Vereinen ist groß. Jeder hätte uns gerne als Mitglied, auch wenn der Beitrag noch so gering ist. Selbst Vereine, von denen man es vor Jahren gar nicht erwartet hat, da sie tausende von Euro für die Aufnahme haben wollten, haben sich auf das potenzielle Neumitglied eingestellt. Neue Angebote, neue Ansprache, neue Bedürfnisse.

Aber welche Möglichkeiten bieten nun die Neuen Medien einem kleinen Ortsverein? Wie kann man sie nutzen? Wie können sie einem helfen? Ich habe mich zuletzt häufiger damit beschäftigt und vielleicht den ein oder anderen Tipp, wenn man sich die Frage stellt, ob es für meine 150 Mitglieder nun wirklich eine Facebook Seite seien muss. Um das ganze im Rahmen zu halten, möchte ich nur auf das Beispiel Facebook eingehen.

Ab wann lohnt es sich, Facebook als Verein zu nutzen?
In meinen Augen gibt es keine Grenze, die man erst einmal überschreiten muss.Vor allem sollte man auch hier nicht allzu großen Wert darauf legen, wie viele Fans / Mitglieder eine Seite hat. So kann es auch durchaus schon interessant sein, wenn ich nur 20 Leute auf einer Seite habe

Lieber eine Seite, oder eine Gruppe?
Das kommt ganz darauf an, mit wem und für wen ich kommunizieren möchte. Möchte mit Leuten sprechen, die noch nicht im Verein sind und die ich informieren möchte, dann würde ich es auf eine öffentlichen Seite mache. Hier kann sich jeder anschließen und die Informationen wahrnehmen. Möchte ich einen abgeschlossenen Bereich, empfiehlt sich oft eine Gruppe. Hier kann ich gezielt Leute hinzufügen.

Ein Beispiel:
In dem Verein wo ich bin, hat der Verein eine Facebook Seite und wir als Mannschaft eine Gruppe. Auf der Seite gibt es allgemeine Information, in der Gruppe gibt es zum Beispiel die Aufstellung für das nächste Spiel. Zwei unterschiedliche Zielgruppen, zwei unterschiedliche Themen, zwei unterschiedliche Lösungen.

Brauch man eine festes Redaktionsteam?
Aus meiner Erfahrung empfiehlt es sich. Die Inhalte sollten und müssen in meinen Augen gepflegt werden. Gibt es nur eine Seite, auf der nicht gezielt Inhalte gepostet werden, macht die Nutzung keinen Sinn. Außer, meine Gruppe ist so aktiv, dass der Austausch von alleine geschieht. Empfehlenswert ist es am Anfang, wenn sich mehrere finden, die das ganze zusammen machen. Sie bekommen dann einen Admin Zugriff und können sich abwechseln. Denn natürlich kostet auch die Pflege etwas Zeit, die nicht immer vorhanden ist.

Braucht es Richtlinien?
Sagen wir es mal so. Ich würde es empfehlen. Machen wir es mal an einem Beispiel fest. Dem Fußballverein. Fußball ist von Hause aus ein sehr emotionales Thema. Da kommt es gerne mal zu Meinungsverschiedenheiten. Auf dem Spielfeld, aber auch abseits des Feldes. Aber so wie der Trainer auf dem Platz darauf achtet, wie man miteinander umgeht, sollte dies auch im Netz gewährleistet sein. Man muss es natürlich von Fall zu Fall abwägen, aber schaden kann es nicht.

Was tun, wenn der Gründer der Seite keine Lust mehr hat?
Natürlich kann das schneller vorkommen als man denkt. Gestern noch Artikel eingestellt, heute keine Lust mehr. Daher ist es von Anfang an gut, wenn nicht nur eine Person die Admin Rechte hat. Man sollte schauen, dass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt sind, so dass auch jemand anderes mal eingreifen kann, falls etwas passiert. In dem Fall, dass sich jemand gar nicht mehr damit befassen möchte, sollte man eine Übergabe machen. Vor allem dann, wenn von dieser einen Person Inhalte und Tools genutzt werden, mit denen man sich bis dato nicht auseinandergesetzt hat.

Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Fragen, die man sich stellen kann. Das sollte man auch tun. Auch im Verein. Man sollte das Vor- und Nachteile gegenüber stellen und sich fragen, “Hilft es uns weiter? Verbessert es die Kommunikation? Welchen Vorteil bringt es uns”
Auch die Fotos vom letzten Sommerfest können in einem Netzwerk wunderbar dargestellt und für jeden zugänglich gemacht werden.

 

Quellen zu den Vereinszahlen:
experto Thema Vereine
IWW Institut

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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