Groupon – Von Schnäppchenjägern und Gejagten

By | 16. August 2012

Für die einen ist es die Möglichkeit, wunderbare Schnäppchen zu schlagen. 50%, 60% und manchmal sogar noch mehr. Auch ich habe das Angebot schon einige male benutzt, wohlwissend, dass das Unternehmen damit nicht wirklich viel verdient. Aber und das muss ich dazu sagen, ich bin nachher auch noch einmal zu den Unternehmen / Restaurants gegangen und habe den vollen Preis bezahlt. Vermutlich ist es auch das, was sich jedes Unternehmen von Groupon erhofft. Sie wollen im ersten Schritt ihre Bekanntheit steigern. Und das verspricht Groupon einem auch. Mit dem einfachen Kauf von Groupon Gutscheinen, kann jeder Käufer dann direkt in den Laden laufen und seinen Gutschein einlösen.

Ich habe vor einiger Zeit sogar mal selber so ein Groupon Verkaufsgespräch erleben dürfen. Zunächst einmal gehen die Damen und Herren auf die Probleme des Kunden ein. Sie versuchen es zumindest.

“Ach, sie haben also Probleme ihr Lokal zu füllen? Das hängt bestimmt mit der schlechten Lage zusammen. Aber vielleicht haben sie auch zu wenig Bekanntheit?! Da können wir was tun.”

Und schon geht in das Verhandlungsgespräch. Die Rechnung von Groupon ist einfach.

Ein Unternehmen muss einen dicken Nachlass auf seinen normal Preis geben. Von dem was noch übrig bleibt, geht noch einmal ein dicker Teil an Groupon. Sozusagen ein offline Affiliate Geschäft.

Einst wurde Groupon als “The fastest growing Company ever beschrieben” Forbes. Nur 20 Monate nach der Gründung war die Firma mit über einer Milliarde Dollar bewertet. Die Anleger schütteten das Unternehmen förmlich zu. Aber so schnell wie man wuchs, verbrannte man auch das Geld. Einen interessanten Artikel gibt es dazu in der Süddeutschen Zeitung.
Aber nicht nur bei Groupon gibt es Probleme, sondern auch bei einigen Unternehmen, die sich von Groupon eigentlich den großen Coup gewünscht hatten. Manche Geschäfte haben den Ansturm auf Angebote so unterschätzt, dass sie pleite gegangen sind, weil sie keine voll zahlenden Kunden mehr bedienen konnten. Nun kann man natürlich auch fragen, warum sie dann so viele Gutscheine ausgegeben haben. Auch hier gibt es unterschiedliche Versionen, die abermals zum tragen gekommen sind.

Mit der häufigen Verwendung der Farbe Grün, will Groupon Frische, Moderne und Funktionalität ausstrahlen. Mir selber fehlt hier ein wichtiger Punkt, der mitunter auch für die Unternehmen interessant wäre. Nachhaltigkeit. Denn wenn man es in meinen Augen schaffen würde, den Unternehmen auch eine Perspektive aufzuzeigen, so wäre man nicht mehr nur ein “Schnäppchenjäger”, sondern hätte vermutlich auch einen wesentlich größeren Wettbewerbsvorteil.
Vielleicht ist das auch einer der Punkte, warum man es noch nicht schafft, sein Image als Start Up komplett loszuwerden.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

2 thoughts on “Groupon – Von Schnäppchenjägern und Gejagten

  1. Pingback: André Paetzel (@paetzel)

  2. OliverGassner

    Ich hab mich da vor ein paar Monaten registriert als ich mit jemand zusammensaß, dei sagte, sie sei ein totaler G’fan. Jeden Tag als die Quengelmail  kam, hatte ich so ein Schild im Hirn das sagte ‘Dein negatibves Karma häuft sich grade an#, ich fand es irgendwann nur eklig. App deinstalliert, Mail abbestellt. Account hab ich noch, ggf. halt mal beruflich relevant – aber nur zum abraten …

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