Im Sommer brauche ich Abends 10 Minuten nach Hause. Schnell auf das Fahrrad, ab an den Rhein und bis zum letzten Hafenbecken.
In der kalten Jahreszeit dauert es schon einmal ein wenig länger. Gerade an so einem Abend wie heute. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber zum ersten male ging man in kompletter Dunkelheit heim. Ich wollte den Bus um 19.06 Uhr nehmen und machte mich zeitig auf. Auf dem Weg dahin noch schnell am Carlsplatz vorbei. Schatzi ein paar Blumen kaufen.
“Blumenhändler auf dem Carlsplatz. Räumt gerade seine Blumen weg. “Dürfte ich die Blumen kaufen” “Schau mal auf die Uhr, habe Feierabend, verzieh dich und komm morgen wieder.”
Im Netz hätte es das nicht gegeben …”
Nun gut, ich ging weiter, schließlich sollte ja gleich der Bus kommen. Vielleicht schaue ich morgen früh noch einmal vorbei. Da macht er nämlich gerade auf.
Am Maxplatz angekommen holte ich meine Kamera aus der Tasche. Ich wollte ein Bild für meine Bildserie Lights machen. Ich stellte die Kamera auf Manuell. Der Autofokus blieb auf Automatik. Wenn die Kamera so eingestellt ist, benutzt sie bei Dunkelheit ein Hilfslicht, was es ihr ermöglicht, einen Fokuspunkt zu finden.
Ich suchte mir mein Motiv und wollte abdrücken.
“Hey, unterlassen sie das.” Eine Dame kam äußerst aggressiv auf mich zu. “Haben sie mich fotografiert?” “Nein habe ich nicht.” “Sie haben mich aber angeblitzt.” “Nein, das war kein Blitz” Ich zeigte ihr sogar noch die Bilder auf der Kamera. Bis auf eine kleine Beleidigung “Dreckskerl” kam nichts weiteres von ihr. Ich ging weiter zur Bushaltestelle. Die Dame kam zurück, nun mit ihrem Gatten, der mich in englischer Sprache bis auf das übelste beschimpfte. Zum Glück standen einige Leute um mich herum. Mit ihm reden konnte man eh nicht, wollte ich auch nicht. Denn wer weiß, was die Flasche Alkohol in seiner Hand noch bewirkt hätte. Er zog mit einer Beleidigung von dannen. Und wie sollte es anderes sein, ging es hier um unsere deutsche Vergangenheit.
Ich wartete weiter auf den Bus, der leider vorerst nicht kommen sollte. Ein schwerer Unfall im Bereich Düsseldorfer Hafen / Stadttor ließ den Verkehr erliegen. Es war kein durchkommen mehr. Eine Frau an der Bushaltestelle regte sich durchtbar auf. Sch… Bus, immer diese Verspätung. Man kann sich auf keinen mehr verlassen und und und. Aber als sie hörte, dass eine ältere Dame unter einen Straßenbahn geraten war, wurde sie ganz kleinlaut. Das regt zum nachdenken an.
Mit 45 Minuten Verspätung sollte der Bus dann endlich kommen. Jedoch hatte er noch 10 Minuten Aufenthalt. Der Busfahrer bat uns Platz zu nehmen, er müsse noch mal kurz weg. Als er wieder kam, 2 Minuten vor der Abfahrt, hatte er einen Döner in der Hand. Ich habe noch nie gesehen, dass jemand so schnell einen Döner essen kann. Pünktlich zur Abfahrt war dieser verputzt.
Es ging also weiter. Aber nur bis zur nächsten Kreuzung. Unfall. 2 Autos sind kollidiert. Wir warteten. Denn rückwärts rangieren mit einem Bus scheint nicht ganz so einfach. Wir machten einen kleinen Abstecher über die Kö. Zumindest kamen wir unserem Zielort immer näher. Wir passierten einen weiteren Unfall auf dem Weg zum Hafen.
Und dann endlich da.
Ein komischer Abend, den man so in seiner Form nicht erleben möchte, von dem man aber auch viel lernen kann.


