Stoffn – Design dein Stöffchen von Katja Locke

By | 16. November 2012

Ein Gastbeitrag von Alexa Gregor, Freies Design und Designerin bei der Deutsche Markenarbeit

Gerade jetzt, wo der Stress für die Liebsten ein passendes Weihnachtsgeschenke zu finden noch nicht so groß ist, als dass man in Panik verfallen müsste, stehen alle Türen für das absolute Knallergeschenk offen.
Man möchte ja auch gerade die, die schon alles haben, eine Freunde machen mit etwas, was sie sich selbst nie kaufen könnten (denn sie haben ja schon alles).
Da ich selber nähe, habe ich mich mal auf die Suche gemacht, wo man so richtig ausgefallene Stoffe herbekommt. Nicht immer nur kariert, gepunktet und die standard Weihnachtsmotive, die meist so kitschig sind, dass sie einem die Lust auf Weihnachten vermiesen. Aber auch grafische, total coole Motive habe ich gesucht, wo sich jedes Designerherz drüber freut.
Und dann googelt man so vor sich hin und ich bin schließlich auf www.stoffn.de gelandet.

Genau das, was ich gesucht habe:

Individuelle Stoffe
Gestalte dein Stöffchen mit eigenen Fotos und Motiven.
1. Motiv hochladen oder aussuchen
2. Muster machen
3. Stoff auswählen
Keine Mindestbestellmenge
Langlebige Farben
Weltweiter Versand
Monatliche Designwettbewerbe

Man kann entweder aus vorhandenen Motiven auswählen oder sich sein eigenes Stöffchen designen (da schlägt das Designer-Herz natürlich höher).
Und die Tipps, wie die Vorlage später umgesetzt am besten aussehen wird, sind wirklich sehr gut und leicht zu verstehen.

Ich habe dann auch gleich mal dort bestellt. Zwanzig kleine Überraschungsstöffchen 20 x 20 cm.
Aus Baumwolle, Polsterstoff, Jersey und Batist. Mit ganz verschiedenen Motive.
Ich glaube, es hat mich bei der Überraschung sehr gut getroffen :)

nd da ich das Projekt an sich auch so spannend fand, wie man auf die Idee dazu kommt, hab ich doch gleich mal bei Katja Locke nachgefragt.

Liebe Katja, wie bist du auf die Idee gekommen? 

Eigentlich bin ich Produktdesigner und habe dabei gemerkt, das Kunden am liebsten selber gestalten würden, viele Ideen haben, aber oft einfach die Technik nicht kennen oder keinen Zugang zu vorhandenen Herstellungsmethoden zu haben. Da müsste man doch Abhilfe schaffen können, dachte ich und überlegte, was würden “normale” Menschen gerne selber entwerfen, wofür die Technik existiert, aber für Laien unerreichbar ist. Als Frau um die 30 mit akuter Nestbauphase fiel mein Blick auf die Wohnung. Nachdem Möbel, Teppich, Tapeten u.v.m. ausschieden, weil es das entweder schon gab oder zu schwierig war, blieben Heimtextilien übrig. Im Laufe des Grübelns, Recherchierens und Probierens vereinfachte sich Idee zu digitalem Stoffdruck.

Dann zur Gründerinnenzentrale gegangen. Das Konzept ausgearbeitet. Programmierer und Printpartner gesucht und am 01. Juni. 2010 ging Stoff’n dann an den Start. 

Das Prinzip hat sofort funktioniert. Gründen ist ein Wagnis. Keiner kann einem sagen, was wirklich funktioniert und so war der Plan, erstmal zu schauen, ob es eine Nachfrage geben könnte. Wenigsten ein Jahr wollte ich dem Experiment geben, bevor ich eine erste Bilanz ziehe und entscheide, ob es weitergehen soll. Die Frage war schnell beantwortet. Die Nachfrage war vom ersten Tag an da! Yeah!  

Wie entstand das Logo?

Man erzählt es ja nicht gern, aber viele Dinge entstehen weit weniger planvoll und vernünftig, als man normalerweise Anderen raten würde. Die Namenssuche ist so ein Fall.
Es sollte eine Hinweis auf das Produkt sein, nicht mehr als acht Buchstaben und keine Umlaute oder eine “ß” haben, damit man er leicht zu merken und zu tippen ist. Pech nur, dass fast alles mit “Stoff” im www schon weg ist. Frustrierend. Soviel zum planvoll, vernünftigen Vorgehen.

Gefrustet griff ich zur DVD mit René Mariks Maulwurf’n und dachten dann: Och, warum nicht stoff’n. Ist kurz, klar und enthält Stoff. Der Begriff war nicht vergeben und nicht markenrechtlich geschützt, also stand der Schnapsidee nichts im Weg.

Das Logo, sollte erstmal reine Typo sein. Da bei Stoff’n ja alle Nutzer ihre Designs machen, erschien mir etwas Bildhaftes einschränkend. Auch die Website durfte entgegen der meisten Handmade-Websites nicht zu sehr “designt” sein. Sie muss den dezenten, aber hoffentlich charmanten Hintergrund für die Designer bilden.

Die gewählte Schrift ist mit ihren Serifen, dem ungleichmäßigen Querschnitt , dem hängenden “t” oder “n” so markant , dass es als Typo-Logo funktioniert und einen Wiedererkennungseffekt hat. Komischerweise ist mit der Font noch nirgends sonst begegnet. Als Logo funktioniert er, aber sobald es zu viele Buchstaben werden wird aus den markanten Eigenschaften ein Fluch. Dann sieht die Schrift nicht mehr gut aus. Wer hätte gedacht, dass das mal vorteilhaft sein kann. Beinah eine Alleinstellungsgarantie :)

Der einzige Wermutstropfen, den ich habe, ist dass die Stoffe im Vergleich zu 0815-Stoffen natürlich teuerer sind.
Und die Lieferzeit ist bei eigenen Stoffen mit 5 Wochen relativ hoch, das könnte mit Weihnachten knapp werden.
Aber bei den gefühlt 100.000 Motiven ist wahrscheinlich die Entscheidung für ein Motiv, das was am längsten dauert.
Und da jeder Deutsche laut Statistik dieses Jahr um die 250€ für Weihnachtsgeschenke ausgibt, kann davon gerne der ein oder andere Euro für individuelle, einzigartige Geschenke, statt Gutscheine, Socken und Schokolade draufgehen.

Achja, die passende Idee fürs Stöffchen und eine Nähmaschine setze ich einfach mal voraus ;)

Share it now!

One thought on “Stoffn – Design dein Stöffchen von Katja Locke

  1. Pingback: @cronhill

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *