LSR – das Leistungsschutzrecht und der Versuch einer persönlichen Einordnung

By | 5. Dezember 2012

Puh,

Also ich finde das wirklich ein sehr sehr schweres Thema und es fällt mir auch nicht leicht, mir ein Urteil zu bilden. Ein Urteil das mir sagt, was richtig und was falsch ist. vermutlich geht es vielen da draußen so wie mir. Vielleicht aber auch nicht.

Ich hab für mich versucht mal mehrere Szenarien aufzulisten. Gerne können wir das gemeinsam weiterführen und ich würde auch gerne weiter drüber diskutieren.

Oft habe ich alleine gelesen, warum Google die Seiten nicht einfach aussperrt? Vielleicht ist man sich seitens Google bewusst, dass man dadurch eine ganze Branche noch weiter die Luft nehmen würde. Schon so ist es schwer genug Anzeigen zu verkaufen. Ob klassisch oder digital. Nun auch nach bewusst Traffic verringern? Andersrum wäre das ganze auch für Google nicht förderlich. Ein schlechteres Angebot für die Leser?

Doch was würde passieren, wenn es hier auf einmal ein LSR geben würde? Würden andere Länder nachziehen wollen? Vielleicht.

Aber anbei erst einmal meine Gedanken, die ich gerne ausweiten würde.

LSR durchgesetzt
1)
- google zahlt
- Verlagswesen kann sich erholen
- für Leser ändert sich kaum was
- Verleger erschaffen neue Angebote
- neue Innovationen für die Leserschaft durch Investitionen
- Ausweitung auf andere Länder und deren Verlagswelt

2)
- Google sperrt Nachrichtenseiten aus Index
- Traffic Einbruch für Newsseiten
- weniger Informationen für Leser
- Verlagswesen fehlen Einnahmen
- Preise für Anzeigenplätze sinken
- Umsatz / Gewinnverlust bei Verlagshäusern
- bröckelnde Nachrichtenlandschaft
- Journalisten verteilen Nachrichten über private Newschannel (Finanzierung???)

LSR abgelehnt
1)
- Fehlende Einnahmen bei Verlegern werden nicht kompensiert
- Google weiterhin Vormachtstellung
- für Leser ändert sich nicht (stand jetzt)
- Verlage müssen investieren um neue Geschäftsfelder zu erschließen
-> schwierig aufgrund finanzieller Lage bei einigen Häusern
- Journalisten werden entlassen aufgrund ausbleibender Gewinne
- Journalisten weiten Aktivitäten auf andere Netzwerke aus
-> Kontraproduktiv zu Newsseite, da Informationen doppelt vorhanden

————————————————

Zukünftige Leser
- Information Overload bei den Lesern
- zu viele Nachrichten auf zu vielen Kanälen
- starke Differenzierung durch den Leser
- Zunahme von Nischenthemen, vor allem immBereich Freizeit (abschalten vom Daily Business)
- weniger Interesse für Wirtschaft und gesellschaftliche Themen
- Entscheidungen durch weniger Hintergrundinformationen

 

Ich bin auf eure Meinungen gespannt und editiere gerne, sollte es zufällig ein paar Kommentare geben.

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6 thoughts on “LSR – das Leistungsschutzrecht und der Versuch einer persönlichen Einordnung

  1. Pingback: André Paetzel (@paetzel)

  2. lutzmache

    Hi Andre,
     
    ich bin nicht so optimistisch, was passieren wird, wenn das LSR durchgesetzt wird. Selbst wenn Google zahlen sollte. Google hätte zwar die Manpower und finanziellen Mittel um Verträge mit den Verlagen abzuschließen. Kleinere Projekte hingegen nicht. Hinzu kommt der sperrige Begriff des Presseverlegers, der juristisch nicht hinreichend abgegrenzt ist. Solange nicht maschinenlesbar abgegrenzt werden kann, wer das eigentlich ist, kann Google und jeder andere Aggregator nur diejenigen Verlage und Angebote mit aufnehmen, mit denen sie Verträge geschlossen haben. Alles andere wäre ein juristisches Minenfeld. Das schlimme Ende: Der Nutzer leidet, weil Angebote nicht mehr auffindbar sind. D.h. egal wie – das LSR wird für den Leser schlecht.

  3. Pingback: @lutzmache

  4. Andre Paetzel

    @lutzmache Die Frage wird ja auch sein, obwohl Google wirklich Lust hat Verträge mit denen zu machen :) Vll geht es letztlich auch darum, wer die größere Abhängigkeit von einander hat :)

  5. lutzmache

    @Andre Paetzel das muss nur endlich mal in die Köpfe der Beteiligten rein ;)

  6. Andre Paetzel

    @lutzmache Ja manchmal fragt man sich wirklich, was da in den Köpfen vorgeht. Aber es ist mal echt nicht einfach und ich würde das auch nicht entscheiden wollen.

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