Die Marke Golf und ihr Slice

By | 23. März 2014

Nach dem gestrigen Artikel über “Golfclubs und die Chancen der digitalen Welt” erhielt ich einiges an Feedback. Dieses Feedback habe ich zum Anlass genommen, um meinen Artikel über die Marke Golf ein wenig zu überarbeiten. Eine kleine Sonntagslektüre. Morgen geht es dann mit Logos weiter :)

Wer „Golf“ hört, steckt die Person, die davon erzählt, direkt in eine Schublade. Es brauch seine Zeit,
bis man aus dieser wieder rauskommt. Jeder der Golf spielt, wird das bestimmt schon mal erlebt
haben.
Wir wollen in Zukunft mal einen Blick auf die Marke Golf und seine „Eigenheiten“ werfen. Werfen wir
doch schon einmal einen Blick auf die

Ist-Situation.

Es geht um eine kleine weiße Kugel. 42,67 mm Durchmesser. Maximalgewicht 45,93 g. Bestückt ist
der Ball auf seiner Oberfläche mit 300 bis 450 kleinen Dellen. Auch Dimples genannt. Das ist ihnen
schon zu viel an Information? Okay, lassen wir es bei der kleinen weißen Kugel.
Im vierten Jahr spiele ich nun Golf. Hätte ich “damals” meinen Vater gefragt, ob ich Golf spielen darf,
hätte er mich vermutlich gefragt, ob ich wirklich sein Sohn sei. Schließlich bin ich auf Ascheplätzen
groß geworden. Hatte jedes Wochenende meine Knie kaputt. An diesen “elitären” Sport hat bei uns
keiner gedacht. Ich auch nicht, bis ich das erste mal auf der Driving Range stand.
In den folgenden Monaten durchschritt ich ein Tal mit Höhen und viel mehr Tiefen. So wie der
deutsche Golfverband.

“Im Deutschen Golf-Verband (DGV) ist das jahrelange starke Wachstum bei Mitgliederzahlen und
Golfplätzen nahezu zum Erliegen gekommen” Handelsblatt
Zwar stieg im allgemeinen die Zahl der “Neugolfer” und auch einige Anlagen wurden neu in Betrieb
genommen, doch irgendwie kriegen sie den “Slice” aus ihrem Schwung nicht raus. (Für Nichtgolfer:
Slice = Slice ist die Bezeichnung für einen Schwung, bei dem der Schlag gerade startet, der Ball
danach aber eine ungewollte Rechtskurve fliegt.)
Immer mehr driftet der Verband ab. Die Probleme sind bewusst. Kosten, Zeit, schwer verständliche
Regeln und eine Platzreife, wo sich der “Prüfling” in die Schulzeit zurückversetzt fühlt. Der Sport, vor
allem in Deutschland, meint, er sei nicht elitär, aber zahlt dennoch bei jeder Möglichkeit in seinen Ruf
ein.

Vor wenigen Wochen fand wieder ein bekanntes Profiturnier statt. Bei diesen Turnieren spielen die
Profis an 4 aufeinanderfolgenden Tagen eine 18 Lochrunde. Die Besten haben nach diesen 4 Tagen
oftmals zwischen 240 und 250 Schlägen gebraucht. Und doch entscheidet über Sieg und Niederlage
oft nur ein einzelner Schlag.
So auch beim Abu Dhabi HSBC Golf Championship Turnier. Rory McIlroy, einer aus der Spitze des
Golfsports, erhielt zwei Strafschläge, weil er mit einem Fuß auf einem Gehweg stand.
Und genau hier ist das Problem. Denn während ich schreibe und sie lesen, schreien andere schon
auf, “das sei doch nur die halbe Wahrheit”.
Schließlich habe er gegen Regel 13-2 verstoßen. Manch einem haben diese Regeln schon den Spaß
am Spiel verdorben. Natürlich braucht ein Sport / ein Spiel seine Tradition. Doch darf diese Tradition
wirklich um jeden Preis durchgesetzt werden?
Den sich schon lang auf den Grüns rumtreibenden Golfer kratzt das wenig. Schließlich kennen sie es
nicht anderes. Doch dem „Sport an sich fehlt es vor allem an der Zugänglichkeit. Die Leute, die es
ausprobieren und zum Schläger greifen, werden gleich vor die nächste Hürde gestellt. Als wäre die
Aufgab den Ball zu treffen nicht schwer genug.

Vereine und Verband brauchen ein flexibleres Auftreten. Sie brauchen zugängliche Personen und
keine Regelpäpste, die selber nicht durch das Spiel, sondern durch die Regelkunde punkten.
Ich lade sie trotzdem herzlich gerne mal zu einem Korb Bälle auf die Driving Range ein

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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