Miss Chiquita, die Bananenrepuplik und Hägar der Schreckliche

By | 26. Juni 2014

chiquita bananen logo

 

Bei der Brand Eins bin ich gestern über einen schönen Artikel gestoßen. Dabei ging es nicht primär um das obige Logo, sondern vielmehr um die Geschichte, die dahinter steckt.

Eher aus Verlegenheit brachte Lorenzo Dow Baker 1870 die ersten Bananen aus Jamaika in die USA. Es war leicht verdientes Geld. Also kauften Baker und sein Partner weiter Land und Plantagen, kontrollierten bald ganze Landstriche, besaßen Eisenbahnen, Hospitäler und Siedlungen und stürzten zur Not auch unliebsame Regierungen. Aus Bakers Firma entstand später #Chiquita, aus den so ausgebeuteten Ländern die sprichwörtlichen Bananen-Republiken.

Doch zurück auf los.

Es war 1870 als der Bananenpionier Lorenzo Dow Baker sich von Jamaika nach Massachusetts aufmachte, um die aller erste Ladung Bananen in die USA zu bringen. Schließlich bekam man Bananen in Jamaika äußerst günstig und in den USA kannte man dieses Produkt gar nicht. Die reifen Früchte, die er viele Tage lange auf seinem Schiff lagerte, kamen braun und verdorben in den USA an. Er lernte daraus und transportierte fortan nur noch grüne Bananen.

In den USA kaufte der Zwischenhändler Andrew Preston aus Boston die Bananen auf. Er war es auch, mit dem Baker im Jahre 1885 die Boston Fruits Company gründete.

1899 fusionierte die Boston Fruit Company mit der Costa Rica Banana Growing Company von Minor Cooper Keith. So entstand die United Fruit Company. Minor Cooper Keith war es, der die erste Eisenbahn nach Costa Rica brachte. Hier gibt es übrigens eine schöne Geschichte dazu. Chronology of the Railroad in Costa Rica.

1930 fuhren bereits 95 Schiffe von Lateinamerika nach USA unter der „United Fruit Flagge“.

Aus Markensicht wurde es dann vor allem im Jahre 1944 spannend. In diesem Jahr tauchte zum ersten mal der Name Chiquita beim Markenpatentamt auf. Auf die 1944 durchgeführte Eintragung in den USA folgte 1966 der Weg nach Deutschland.

Der Werbeslogan „Nenne nie Chiquita nur Banane“ (1965) ging nicht nur in die Werbegeschichte ein, sondern ist einer der faszinierendsten Slogans, die jemals kreiert wurden. Der Name „Chiquita“ stammt aus dem Spanischen und bedeutet sinngemäß „kleines Mädchen“.

Am 25.10.2010 hatte ich ja schon einmal ein wenig darüber berichtet. Da rief man nämlich zu einer Designkampagne auf, die von Verbrauchern gestaltet werden sollte.

Entwickelt wurde Miss Chiquita im Jahre 1944 von Dik Browne.
browne_dik

Dik Browne war ein US-amerikanischer Comic-Zeichner. Bis 1942 arbeitete Browne als Illustrator für Newsweek und ab 1946 als Zeichner für die Werbeagentur Johnstone and Cushing. Dort entwickelte er unter anderem das Logo für Chiquita-Bananen.
Eine weitere Figur, die aus seiner Feder stammt und die jeder kennen dürfte, ist übrigens Hägar der Schreckliche.

Für mich ist das Chiquita Logo ein wunderbares Beispiel dafür, wie Marken durch Geschichten aufgeladen werden können. Und achtet beim aussprechen des Namens “Chiquita” mal auf eure Mundwinkel.

Ich würde behaupten, dass es kaum einer schafft den Namen auszusprechen, ohne dabei zu lächeln und fröhlich auszusehen.

Weitere Quellen für die Geschichte sind
designguide.at

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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