Das US Soccer Crest und der Neogolismus

By | 23. Juni 2014

 

 us soccer logo

Es war 1913, als sich die United States Football Association und die American Amateur Football Association zusammenschlossen, um einen neuen Verband zu gründen.
Im Jahr drauf sollte man sofort Mitglied im Verband der FIFA werden. Dem Verband, der 9 Jahre zuvor, am 21.5.1904 in Paris gegründet wurde.

Schon damals nutzte man ein Logo, an dem sich über die Jahre alle weiteren Logos orientierten.

us soccer team logo crest 1913

Das “Crest” wurde groß und sichtbar auf der Brust getragen. Doch viele wussten damals gar nicht, was die Herrschaften eigentlich treiben.

Bis vor einigen Jahren war Fußball nur ein regionales Phänomen, beschränkt auf einige Zentren in New Jersey, St. Louis oder Südkalifornien. Geprägt wurde der Sport vor allem durch Immigranten, die den Sport aus ihren Heimatländern mitgenommen haben.
In den letzten zehn Jahren hat sich das Bild des Fußballs in den USA jedoch stark gewandelt. Dies hatte auch zur Folge, dass man mittlerweile weitaus mehr US Profis in internationalen Ligen findet, als noch vor wenigen Jahren.

In Sachen Logo hat man seit der Gründung schon einige Veränderungen durchgemacht, sich aber doch immer stark an dem Ursprung orientiert.

us soccer logo evolutionBildquelle: wrong side of the pond

 

Dabei ist vor allem die Zeit von 1984 bis 1995 spannend. Hier findet man nämlich einen Begriff im Logo, bei dem viele gar nicht wissen, wo er herkommt. Viele würden Fußball nämlich mit “football” übersetzen. Doch wie wir wissen, hat dieses Wort eine andere Sportart für sich verwendet.

Bei dem Wort “Soccer” handelt es sich um ein Neogolismus. Noch nie gehört?

Ein Neologismus ist ein lexikalisches Zeichen, das in einem bestimmten Zeitraum in einer Sprachgemeinschaft aufkommt und sich verbreitet, insbesondere ein neues Wort oder ein mit neuer Bedeutung verwendetes, bereits vorhandenes Wort.

Das Wort ist entstanden aus der Abkürzung Assoc mit anschließender slanghafter Umbildung zu socca (1889), dann socker (1891, in den ersten Concise Oxford Dictionary 1911 aufgenommen) und schließlich soccer (1895). Die Abkürzung soll auf Charles Wreford-Brown, einen Studenten der Oxford University zurückgehen.

Er war es, der das Wort nach und nach in den Alltag einpflegte und seine Studienkollegen damit infizierte.

1995 verbannte man dann das Wort wieder aus dem Logo. Für die USA war dies ein mehr als erfolgreiches Jahr. Man zig ins Halbfinale der Copa America ein und schlug zuvor Argentinien mit 3:0.
Ein Jahr drauf stürmten die US Girls zu Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im eigenen Land.

Die Mitgliedszahlen wuchsen schnell und das Logo erhielt rund 10 Jahre später einen goldenen Rahmen. Allerdings lässt sich festhalten, dass das Logo sich in den vergangenen 20 Jahren kaum noch geändert hat. Zwar wurden noch  die Proportionen und die Farbe optimiert, doch die Elemente des Logos blieben gleich.

Lediglich zum 100 Jährigen hat man sich noch einmal ein kleines Geschenk gegönnt.
nike football us soccer crest 100 years
Als kleine Erinnerung hat man sich nämlich noch einmal zurück entwickelt.

Dieses tragen Demsey und Co auch momentan bei der WM in Brasilien.

The new kit is, in short, lovely. It’s clean, classy, and sharp while paying respect to US internationals of years past.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
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Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

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