Die Wissensversicherung: Von Marken, für Nutzer

By | 4. Februar 2016

151202_ap_Andre_Banner_Logo_Farbe_Sticker-V17

Anmerkung der Redaktion:
Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Idee. Vielleicht sogar um ein Konzept. Auf jeden Fall um etwas, auf dem ich schon lange herumdenke, es aber nie Anwendung gefunden hat.
Enstanden ist es zusammen mit Tim Bruysten vor knapp 1,5 Jahren.

Es regnete. Der Kaffee war schlecht. Ach komm, lassen wir das …

Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen. Falls ja, würden wir uns über Feedback und “Ideenbeteiligung” freuen…

Die Ausgangslage:
In den vergangenen Jahren hat das Wort Information und Informationsvermittlung eine ganz neue Bedeutung erfahren.

Doch was bringt uns eine Information, die nur so an uns vorbei fliegt.

Information braucht Wissen

Wissen alleine reicht nicht aus. Es braucht neue Formen der Vernetzung, um Wissen und Fähigkeiten weiterentwickeln zu können. Es braucht Zugänge, die offen sind für neues und bereit sind, einen Transfer zu leisten. Sonst bleibt das Wissen eingeschlossen. Eingeschlossen in einem Raum, den viele nicht zu öffnen im Stande sind.

Marken stellt das vor große Herausforderungen

Die Clusterung der Zielgruppen

Auch das Thema Zielgruppe hat eine ganz neue Bedeutung erfahren. Immer differenzierter müssen sie heute bestimmt werden, um bloß nicht zu große Streuverluste zu erzielen.

Welch ein Glück, dass es die digitalen Medien gibt. Denkt sich zumindest so manch einer, ohne zu wissen, wie man sie wirklich zum Einsatz bringt.

Diese Zielgruppen bilden für eine Vielzahl von Branchen einige Fragezeichen.

Die Medienwelt

Vor allem Medienhäuser wissen heute wie schwer es ist, Menschen für das allseits bekannte Produkt zu begeistern.
Durch die Gesamtquantität im Markt der Medien und dem sich ändernden Konsumverhalten kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Herausforderungen, die sich bei einigen in Kündigungen und sinkenden Abverkäufen zeigen. Vor allem Medien, die ihre Inhalte “umsonst” anbieten, fehlen neue Zugänge, um konsistente Bezahlmodelle zu entwickeln.

In der Gamedesign-Theorie spricht man in solch einem Fall von dem „Nash Equilibrium“.

Wer Inhalte umsonst anbietet, erntet den Traffic.

Ein Gedankenspiel

Gehen wir davon aus, dass die Zielsetzung von Marken zukünftig nicht nur sein darf, sich immer nur in einen kompetitiven Markt zu begeben. Sie sollte auch darin bestehen, einen neuen Markt zu erschließen.

Dazu sollten bestehende Zugänge, Produkte, die Qualität der Inhalte und die Qualität der Daten genutzt werden.

Daraus resultieren wird eine neue Zielgruppe, die neu angesprochen werden will.

Eine Wissensversicherung für Marken

Durch die Wissensversicherung sollen Marken zukünftig sowohl bestehende Produkte nutzen, als auch weiter entwickeln können. Dazu nutzt man Trends und Strömungen aus den Bereichen Gamedesign, aber auch Big Data.

Die Wissensversicherung ist ein übergeordnetes Wissens- und Technologieprojekt

Die Ziele der Wissensversicherung sind
• Generierung von noch mehr qualifizierten Daten
• Erhöhung der Nutzeraktivität
• Erhöhung des Traffics
• Erhöhung der Markenakzeptanz
• Erhöhung der Identifikation und Loyalität
• Erzeugung einer werthaltigen Community
und
• Entwicklung neuer Bezahlmodelle

Die Durchführung
Neue Bezahlmodelle revolutionieren heutzutage Märkte in unterschiedlichsten Branchen
• Pay per view
• Pay per time
• Pay per lead
• InGameCurrency
• Pay to win
• Pay per user
• Pay per stipendium

Alleine in Europa gibt es rund 30 unterschiedlichste Währungen. Zum Beispiel den Chiemgauer. Der Chiemgauer gehört zur Familie der Regiogelder und wurde im Januar 2003 durch ein Schülerprojekt der 10. Klasse der Waldorfschule Chiemgau in Prien auf Basis eines Konzeptes des begleitenden Wirtschaftslehrers Christian Gelleri gestartet. Aufgrund des dynamischen Wachstums der Initiative löste sich das Projekt im Sommer 2005 von der Waldorfschule. Das Ziel des Chiemgauer Regiogelds ist die Stärkung und Bildung regionaler Wirtschaftskreisläufe und die Förderung gemeinnütziger Vereine in der Region Chiemgau. Das Verbreitungsgebiet ist beschränkt auf die Landkreise Rosenheim und Traunstein mit 480.000 Einwohnern.

Das Chiemgauer Regiogeld gibt es als Gutscheinsystem und in bargeldloser Form, dem elektronischen Chiemgauer. Die Chiemgauer-Initiative kooperiert bei der Kontoführung und der Zahlungsabwicklung mit regionalen und ethisch-ökologisch orientierten Banken.

Um beim Chiemgauer mitmachen zu können, werden alle Nutzer des Regiogeldes, also Verbraucher, Unternehmen, Vereine, Kommunen und sonstige Partner, Mitglied beim Trägerverein. Die Mitgliedschaft dient zur rechtlichen Abgrenzung gegenüber dem gesetzlichen Zahlungsmittel und zur Anwendung der vereinsinternen Regeln. Die Idee dahinter ist eine direktdemokratische Selbstverwaltung der Initiative.

Auch in Games (InGameCurrency) oder Festivals wie dem Tomorrowland Festival werden vermehrt eigene „Währungen“ eingeführt

Um neue Bezahlmodelle einführen zu können, braucht es somit also auch eine in sich geschlossene Gruppe. Der Startschuss für die Wissensversicherung.

Durch die Vernetzung von Produkten, Nutzern und Situation erschafft man für Marken neue konzeptionelle und werthaltige Zusammenhänge, die sich durch die Quantität und Qualität der Daten zusammensetzen.

Für den Nutzer stehen zukünftig Autonomie, Meisterschaft und Zweck im Zentrum seiner Aktivität.

Automomie = Selbstwirksamkeitserfahrung => Emotionale Bindung => Identifikation => Loyalität
Meisterschaft = Erfolge inszenieren / Feedback geben / Nutzer aktiv integrieren => Vertrauen => Loyalität
Zweck = persönlicher Mehrwert / Sinnhaftigkeit im eigenen Kontext => inszenierte Wertschöpfung => Loyalität

Der Nutzer bestimmt seinen Profit / Belohnung durch die eigene Aktivität. Die Aktivität des Nutzers wird dadruch für Marken sichtbar gemacht. Erkenntnisse aus dem Bereich Gamification bilden dafür den Grundbaustein der konzeptionellen Weiterentwicklung.

Der Zugang zur Wissensversicherung kann dabei durch Einladung oder Geld erzeugt werden.

Was brauchen Marken dafür?

Für die Aktivität braucht man ein Belohnungssystem.
Für das Belohnungssystem braucht man Daten.
Für Daten braucht man qualitativen Content.
Für qualitativen Content braucht man Wissen.

Für viele Marken sind die Voraussetzungen heute schon gegeben. Doch vermutlich braucht es neue Strukturen, neue Verantwortlichkeiten und einen großen persönlichen Antrieb.

Warum mich dieser Gedanke umtreibt? Ich weiß es nicht.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es zukünftig Marken braucht, die einen durch den Dschungel an Informationen führen.

andre
Seit 1.6.2016 bin ich als Director Digital Consulting bei GREY beschäftigt. Hier kümmere ich mich vor allem um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Digitalstrategien für unsere Kunden.
---
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier war ich als Assistent der Geschäftsführung und baute den Bereich der Neuen Medien auf. Nach der 60% Übernahme der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte ich gemeinsam mit Frank Dopheide zur Verlagsgruppe, nach der ich noch einen Zwischenstopp bei der akom360 (Starcom Mediavest) einlegte.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *