Mexico City Metro – Ein Logo als Verständigungshilfe

By | 10. Juni 2009

 

Mexico City Metro

Mexico City Metro

Mexiko City ist die Hauptstadt der Vereinigten Mexikanischen Staaten. 19.200.000 Einwohner in der Metropolregion und knapp 9.000.000 in der Stadt.  Die Bevölkerungsdichte beträgt 5.818 Einwohner/km² in der Stadt. Zum Vergleich:
Die statistisch am dichtesten besiedelte Großstadt in Deutschland ist München mit 4.300 Einwohner je km² vor Berlin mit 3.801 Einwohner/km². 
Die vermutlich höchste jemals erreichte Bevölkerungsdichte der Welt wies die Walled City auf, ein Stadtteil in Hong Kong, der 1993 abgerissen wurde. Hier lebten 50.000 Bewohner auf nur 0,026 km², was einer Weltrekord-Bevölkerungsdichte von 1.900.000 Einwohner/km² entspricht.
Rund 3,9 Millionen Menschen benutzen tagtäglich die innerstädtische U-Bahn, die Sistema de Transporte Colectivo Metro oder STC Metro.
Doch Mexiko City hatte damals ein riesen großes Problem und das war die große Zahl an Analphabeten. Was sollte man nur tun, um auch diesen Menschen zu ermöglichen, mit der Bahn fahren zu können. Namensschilder der Bahnhöfe konnte man ja schlecht aufstellen!
Die Idee war simpel aber äußerst aufwendig. Man wollte wollte jedem Bahnhof ein individuelles Erscheinungsbild geben, in dem man für sie ein Signet entwickelte. Insofern sehr aufwendig, weil es in Mexiko City rund 175 Stationen gab.
Lance Wyman war derjenige, der dieses neue Erscheinungsbild im Jahre 1968 für die Stadt Mexiko City entwickelte. Er war sich bewusst, dass er etwas entwerfen musste, was ganz ohne Worte auskam. Er entwickelte auch schon das Logo für die olympischen Spiele 1968 in Mexico City und war sich darüber bewusst was auf ihn zukam. In seinen Augen war es genau der richtige Zeitpunkt, dieser Stadt einen neuen Auftritt zu verpassen. Er entwarf auch nicht nur das Logo für die Spiele, sondern kümmerte sich mit seinem Team um die gesamte Grafische Umsetzung. Ob Piktogramm oder Logo, alles gehörte zu seinem Aufgabengebiet. Im web habe ich ein schönes Zitat von ihm gefunden, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

“Graphic design became an important visual ambassador for the 1968 Mexico Olympic Games, It was the first time the games were hosted by a Latin American nation. In planning for the games, Mexico, an emerging third world nation, could not afford to make the extensive architectural statement made in Tokyo four years earlier. Graphic design contributed to the ambiance of the Mexican games and helped to make a meaningful visual impact for fewer pesos.”

Ich meinen Augen geben diese Sätze all das wieder, was Lance Wyman auch mit seinen Visualiserungen geschafft hat.
Alleine mit der Idee, jeden Bahnhof mit einem individuellen Erkennungszeichen auszustatten, half er über 40 Jahre lang nicht nur den mexikanischen Analphabeten, sondern auch den nicht Spanisch sprechenden Besuchern, sich in dieser riesigen Stadt zurecht zu finden.
Hier habe ich auch noch einmal für Euch die Scibbels gefunden, um zu sehen, wie alles begann.

Mexico City Metro Scribble

Mexico City Metro Scribble

 Und zu guter letzt auch einmal die Erkennungszeichen, die man teilweise auch noch heute in Mexiko City an den Bahnhöfen vorfindet. Ich hoffe man kann die Logos einigermaßen gut erkennen. Die Logos stehen größtenteils für besondere Bauwerke oder Skulpturen, so dass man erkennen kann, an welchen Ort die Bahn gehalten hat. Für eine Großansicht klickt einfach hier.
lance-wyman-mexico-city 

 

Ich finde es echt eine tolle Idee, die man damals entwickelt hat. Vor allem zeigt sie, dass Logos nicht nur dazu benutzt werden müssen,um ein grafisches Symbol für ein Unternehmen oder irgendeine Person zu sein, sondern man kann, wenn man weiß es zu nutzen, damit auch Menschen helfen. Sei es, um sich besser zurecht zu finden oder um sich einfach besser mit etwas identifizieren zu können.


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andre

Digital Strategic Planner at Deutsche Markenarbeit
Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation
bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während meiner Ausbildung
setzte ich mich viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte mein Wissen in der strategischen
Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte ich in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich der Neuen Medien und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitete ich bei
der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Hier binich sowohl als Assistent von Frank Dopheide (Inhaber), als auch für den Bereich Neue Medien zuständig.

Während meiner Ausbildung bei GREY gründete ich Logolook (April 2009). Seit dieser Zeit habe ich mich mit einer Vielzahl von Logos und Marken auseinandergesetzt. Dabei steht nicht immer nur das Design, sondern vor allem auch die Werte des Unternehmens im Fokus. Mein Wissen vertiefe ich Tag für Tag bei der Markenberatung "Deutsche Markenarbeit", die sich vor allem auf Markenanalysen und Markenstrategien spezialisiert hat.

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